Musik-Scham überwinden? Sarah Dessen hat den perfekten Spruch
- Die Wurzel des Übels: Warum wir uns für Musik schämen 🤔
- Sarah Dessen und die Kraft der Musik
- Der Weg zur Befreiung: So legst du die Musik-Scham ab 🕊️
- Was die „Musik-Scham“ über uns verrät (und warum es okay ist) 💎
- Häufige Fragen zur Musik-Scham (FAQ)
- Fazit: Deine Playlist, deine Geschichte, deine Freiheit
„Schäme dich nicht für die Musik, die dir gefällt. Auch dann nicht, wenn es unserer eigenen, bescheidenen Meinung nach eigentlich gar keine richtige Musik ist.“ – Dieser Satz von Autorin Sarah Dessen trifft einen wunden Punkt unserer Kultur. Warum verteidigen wir unseren Musikgeschmack, als müssten wir uns vor Gericht verantworten? In dieser tiefgehenden Analyse ergründen wir die Psychologie der „Musik-Scham“ und zeigen dir, wie du dich von diesem unnötigen Ballast befreist – damit du endlich wieder unbeschwert deine Lieblingsplaylist genießen kannst.
Die Wurzel des Übels: Warum wir uns für Musik schämen 🤔
Die Scham für unseren Musikgeschmack ist kein Zufall. Sie entsteht an der Schnittstelle von persönlicher Identität und sozialer Bewertung. Sarah Dessen spricht von „unserer eigenen, bescheidenen Meinung“ – ein ironischer Hinweis darauf, wie wir interne Zensoren verinnerlichen.
- Soziale Hierarchien und Genre-Snobismus: In unserer Kultur existiert eine unausgesprochene Hierarchie der Musik. Klassik und anspruchsvoller Jazz stehen oft oben, während Mainstream-Pop, Schlager oder bestimmte Subgenres abgewertet werden. Dieses Wertesystem übernehmen wir und wenden es gegen uns selbst an.
- Musik als sozialer Marker: Was wir hören, signalisiert, zu welcher Gruppe wir gehören (oder gehören wollen). Die Angst, durch den „falschen“ Geschmack abgelehnt zu werden, führt dazu, dass wir unsere wahren Vorlieben verstecken – besonders in Zeiten von geteilten Spotify-Playlists.
- Der Mythos der „richtigen“ Musik: Dessen genialer Zusatz „… eigentlich gar keine richtige Musik ist“ entlarvt den Kern des Problems. Wer definiert das? Kritiker? Algorithmen? Die Mehrheit? Dieser Anspruch auf objektive Richtigkeit ist eine Falle, die individuelle Freude erstickt.
Sarah Dessen und die Kraft der Musik

Interessant ist, dass Sarah Dessen in ihrem Roman Just Listen Musik als „eine totale Konstante“ beschreibt, die uns sofort zu einem Moment, einem Ort oder einer Person zurückbringen kann[citation:2]. Diese persönliche, emotionale und erinnerungsstiftende Kraft steht im absoluten Widerspruch zur Idee einer universell „richtigen“ Musik. Für Dessen ist Musik ein „großer Vereiniger“, eine unglaubliche Kraft, die Menschen verbinden kann, die sonst in allem anderem verschieden sind[citation:3][citation:6]. Deine persönliche emotionale Verbindung ist also viel wichtiger als jeder äußere Maßstab.
Der Weg zur Befreiung: So legst du die Musik-Scham ab 🕊️
- Erkenne und benenne deinen inneren Musik-Kritiker: Höre das nächste Mal genau hin, wenn du einen Song wechselst, nur weil jemand das Zimmer betreten könnte. Welcher Gedanke geht dir durch den Kopf? („Das ist peinlich“, „Das ist kein guter Geschmack“). Schreibe diese Gedanken auf. Du bist nicht diese Stimme; du bist der, der sie beobachtet. Das ist der erste Schritt zur Entmachtung.
- Führe das „Warum eigentlich?“-Experiment durch: Nimm einen Song oder Künstler, für den du dich schämst. Frage dich in aller Ruhe: „Was genau gefällt mir daran?“ Ist es der Beat, der dich zum Mitwippen bringt? Die Melodie, die eine bestimmte Stimmung trifft? Der Text, der eine eigene Geschichte erzählt? Oder einfach die pure, unreflektierte Freude? Oft finden wir dabei die authentischsten Teile unseres Geschmacks.
- Kultiviere deinen „ökologischen Musik-Garten“: Stell dir deinen Musikgeschmack nicht als eine lineare Playlist vor, die „gut“ oder „schlecht“ sein kann. Sieh ihn als einen lebendigen Garten. Da gibt es die tief verwurzelten „Baum“-Künstler, die dich seit der Jugend begleiten. Die modischen „Einjahresblumen“-Hits, die eine Saison lang Freude machen. Und die unerwarteten „Pilze“ – Genres oder Songs, die einfach aus dem Nichts auftauchen. Jedes Element hat seinen Platz und seinen Wert. Ein Garten braucht Vielfalt, um zu gedeihen.
- Übe radikale musikalische Selbstannahme (auch in kleinen Dosen): Beginne damit, einen deiner „Scham“-Songs einmal am Tag laut und ohne Entschuldigung zu hören – allein im Auto oder mit Kopfhörern auf einem Spaziergang. Spüre aktiv das Vergnügen, ohne es sofort zu kommentieren. Erweitere dies schrittweise, z.B. indem du einen solchen Song in eine gemischte Playlist für dich selbst einfügst.
Was die „Musik-Scham“ über uns verrät (und warum es okay ist) 💎
Deine vermeintlich peinliche Playlist ist kein Makel. Sie ist ein einzigartiges Archiv deines Lebens.
- Sie ist eine emotionale Landkarte: Der Cheesy-Pop-Song von 2008? Der verbindet dich mit deiner ersten großen Reise. Der überproduzierte Radio-Hit? Der soundtrackete deine Nachtschichten im ersten Job. Diese Verbindungen sind echt und wertvoll – und sie rechtfertigen jeden Song.
- Sie zeigt deine Entwicklung: Ein abwechslungsreicher, vielleicht widersprüchlicher Geschmack zeigt, dass du lebst, dich bewegst und neue Dinge ausprobierst. Das ist ein Zeichen von Neugier, nicht von Geschmacklosigkeit.
- Sie macht dich interessanter: Ein Mensch, der begeistert von einer obskuren Folk-Band und den neuesten Dance-Hits erzählen kann, ist wesentlich faszinierender als jemand, der nur den akzeptierten Kanon runterbetet. Authentizität zieht an.
Häufige Fragen zur Musik-Scham (FAQ)
Ist es in Ordnung, Mainstream-Musik zu mögen, auch wenn alle sagen, sie sei „seicht“?
Absolut. „Mainstream“ bedeutet lediglich, dass ein Song viele Menschen emotional erreicht – und das ist eine Kunst für sich. Komplexität ist kein Wert an sich. Die Fähigkeit, eine einfache Melodie oder einen eingängigen Beat so zu setzen, dass er Freude bereitet, ist eine legitime und bewundernswerte Stärke. Sarah Dessen sagt treffend: „Einige Dinge halten nicht ewig, aber manche schon. Wie ein guter Song…“[citation:9] Die Langlebigkeit und Freude, die ein Lied spendet, ist das einzig relevante Kriterium.
Was, wenn mein Partner oder meine Freunde meinen Musikgeschmack wirklich schrecklich finden?
Unterscheide zwischen Geschmack und Wertschätzung. Menschen müssen deine Musik nicht mögen, aber sie sollten dein Recht respektieren, sie zu mögen. Du kannst gelassen sagen: „Ich weiß, das ist nicht dein Ding, aber für mich ist das pure Nostalgie/Energie/[dein Grund].“ Oft reagieren Menschen positiv auf solche ehrlichen Einblicke. Eine gesunde Beziehung hat Raum für unterschiedliche Playlists.
Fazit: Deine Playlist, deine Geschichte, deine Freiheit
Sarah Dessen gibt uns mit ihrem Spruch die Erlaubnis, die Tür zum musikalischen Prüfungsausschuss in unserem Kopf zu schließen. „Richtige“ Musik gibt es nicht. Es gibt nur Musik, die dich berührt, die dich erinnert, die dich bewegt oder dir einfach einen guten Beat zum Abhängen liefert.
Deine Playlist ist die ungefilterte, lebendige Chronik deines emotionalen Lebens. Sie zu verstecken oder zu beschämen, bedeutet, einen Teil deiner eigenen Geschichte abzulehnen. Höre heute einen Song, für den du dich schämst – aber diesmal hörst du nur auf das, was er in dir auslöst, und nicht auf die imaginäre Stimme, die ihn bewertet. Das ist der erste Ton deiner musikalischen Freiheit.