Wie du wirklich über Enttäuschung hinwegkommst (laut Sarah Dessen & der Wissenschaft)
- Die zwei Ebenen der Dessen’schen Weisheit: Schmerz und Beweis 🧩
- Ebene 1: Die Anerkennung des Schmerzes („Man kommt auch wieder drüber hinweg…“)
- Ebene 2: Der kollektive, lebensbejahende Beweis („Sonst hätten wir uns alle längst aufgehangen, schätze ich.“)
- Die Neurobiologie des Hinwegkommens: Warum Dessen recht hat 🧠
- Der praktische Fahrplan: 4 Schritte vom Schmerz zur Perspektive 🗺️
- Für wen ist diese Wahrheit ein Rettungsseil? 🧗♀️
- Häufige Fragen zur Überwindung von Enttäuschung (FAQ)
- Fazit: Du bist der lebende Beweis
„Man kommt auch wieder drüber hinweg, wenn man enttäuscht worden ist. Sonst hätten wir uns alle längst aufgehangen, schätze ich.“ – Mit diesem trockenen, lebensklugen Satz trifft Sarah Dessen den Kern von Enttäuschung und Resilienz. Dies ist kein Artikel über oberflächliches „Positiv-Denken“, sondern eine tiefgehende und ehrliche Analyse darüber, wie Enttäuschung uns formt und warum wir evolutionär darauf programmiert sind, sie zu überstehen. Für alle, die gerade mit gebrochenem Vertrauen, verpassten Chancen oder verlorenen Hoffnungen kämpfen und bei Google nach einem realistischen Weg suchen.
Die zwei Ebenen der Dessen’schen Weisheit: Schmerz und Beweis 🧩
Der Satz funktioniert auf zwei genialen Ebenen, die für die Heilung entscheidend sind.
Ebene 1: Die Anerkennung des Schmerzes („Man kommt auch wieder drüber hinweg…“)

Sarah Dessen beginnt nicht mit „Stell dich nicht so an“. Sie validiert den Schmerz. „Drüber hinwegkommen“ impliziert, dass da etwas ist – ein Graben, ein Abgrund der Enttäuschung –, den man überqueren muss. Das ist ehrlich. Sie sagt: Ja, es tut weh. Ja, es ist ein Prozess. Aber sie verbindet diese Anerkennung sofort mit der zentralen, tröstlichen Gewissheit: Es ist ein Prozess mit einem Ende. Es ist nicht für immer.
Ebene 2: Der kollektive, lebensbejahende Beweis („Sonst hätten wir uns alle längst aufgehangen, schätze ich.“)
Hier liegt die revolutionäre Kraft. Dessen zieht nicht eine individuelle, moralische Lehre heran („Sei stark!“), sondern einen kollektiven, fast biologischen Fakt. Ihre Formulierung ist radikal ehrlich und dabei unendlich tröstlich:
- Sie normalisiert das Ausmaß des Schmerzes: Die drastische Wortwahl („aufgehangen“) erlaubt es, die Tiefe der Verzweiflung anzuerkennen, die Enttäuschung auslösen kann. Sie gibt dem Gefühl Raum, ohne es zu beschönigen.
- Sie macht uns zu Teilen eines universellen Menschheitserlebnisses: Du bist mit diesem Schmerz nicht allein. Er ist kein Zeichen deines Versagens, sondern deines Menschseins. Die Tatsache, dass die Menschheit als Ganzes weiter existiert, ist der beste Beweis dafür, dass der Mechanismus des „Hinwegkommens“ in uns allen angelegt ist.
- Der Ton macht’s: „schätze ich“: Diese lockere, fast beiläufige Formulierung nimmt dem schweren Thema die Schwere und macht die unausweichliche Hoffnung zur schlichten, logischen Schlussfolgerung. Es ist kein frommer Wunsch, sondern eine realistische Schätzung.
Die Neurobiologie des Hinwegkommens: Warum Dessen recht hat 🧠
Sarah Dessen’s „Schätzung“ wird von der Wissenschaft gestützt. Unser Gehirn ist kein statisches Archiv des Schmerzes; es ist ein dynamisches, plastisches Organ, das auf Heilung ausgelegt ist.
- Die Akzeptanz-Phase: Zunächst feuern die Alarmzentren (Amygdala). Der Schmerz ist akut und allgegenwärtig. Das ist normal und notwendig.
- Die Integration: Mit der Zeit beginnt der präfrontale Kortex – der „logische Chef“ im Gehirn –, die Erfahrung einzuordnen. Er bildet neue neuronale Verbindungen: „Das war schmerzhaft, aber es definiert nicht mein ganzes Leben. Ich habe daraus gelernt.“
- Der Beweis im Kollektiv: Dessen‘ kollektiver Beweis hat eine neurosoziologische Entsprechung: Wir sind soziale Wesen, deren Überleben von Kooperation und Resilienz abhing. Unser Nervensystem ist evolutionär darauf getrimmt, Rückschläge zu verarbeiten und weiterzumachen. „Hinwegkommen“ ist buchstäblich in unserer DNA.
Der praktische Fahrplan: 4 Schritte vom Schmerz zur Perspektive 🗺️
Für wen ist diese Wahrheit ein Rettungsseil? 🧗♀️
- Alle nach einer zerbrochenen Freundschaft, Trennung oder einem Vertrauensbruch, die das Gefühl haben, in diesem Schmerz für immer stecken zu bleiben.
- Menschen, die beruflich oder persönlich gescheitert sind und nun an sich und ihren Träumen zweifeln.
- Hochsensible und tieffühlende Menschen, deren Enttäuschung sich besonders intensiv anfühlt und die befürchten, „falsch“ oder zu schwach zu sein.
- Jeder, der müde ist von toxischer Positivität („Alles passiert aus einem Grund!“) und einen ehrlichen, weisen und wissenschaftlich fundierten Weg durch den Schmerz braucht.
Häufige Fragen zur Überwindung von Enttäuschung (FAQ)
Wie lange dauert es normalerweise, „drüber hinwegzukommen“?
Sarah Dessen gibt keine Zeit vor – und das ist weise. Die Dauer hängt von der Tiefe der Bindung, der Art der Enttäuschung und deiner persönlichen Geschichte ab. Ein hilfreicherer Maßstab als die Zeit ist die Bewegung: Fühlst du dich eine Woche/ einen Monat später noch genauso festgefahren, oder gibt es winzige Momente, in denen du nicht daran denkst? Siehst du langsam auch andere Perspektiven? Diese kleinen Bewegungen sind der eigentliche Beweis des „Hinwegkommens“, nicht ein Kalenderdatum.
Bedeutet „drüber hinwegkommen“, zu vergessen oder so zu tun, als wäre nichts gewesen?
Absolut nicht. „Hinwegkommen“ ist nicht Vergessen oder Vergeben (das ist eine separate, optionale Entscheidung). Es bedeutet, dass die Erinnerung und der Schmerz ihre Macht über deine Gegenwart und Zukunft verlieren. Die Narbe bleibt vielleicht, aber sie schmerzt nicht mehr bei jeder Berührung. Sie wird Teil deiner Geschichte, aber nicht länger ihr einziger Titel.
Fazit: Du bist der lebende Beweis
Sarah Dessen‘s Satz ist im Grunde ein Akt des tiefen Glaubens an die menschliche Widerstandskraft. Ihr „schätze ich“ ist eine Untertreibung. Du bist nicht nur jemand, der hoffentlich hinwegkommt. Du bist der lebende Beweis dafür, dass es geht. Jeder Atemzug, den du nach der Enttäuschung genommen hast, jeder Morgen, an dem du aufgestanden bist, war ein Schritt über den Graben.
Halte an diesem kollektiven, biologischen Fakt fest, wenn dein eigenes Gefühl dir etwas anderes sagen will. Du hast es schon geschafft, bevor du überhaupt wusstest, dass du es kannst. Vertraue diesem alten, weisen Programm in dir. Es führt dich hinweg.