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Fabeln

Die Taube und der Wind – Eine Fabel über Festhalten und Loslassen

Visualisierung: Taube Wind Fabel Über Festhalten Loslassen

Eine Taube fand eines Tages eine schöne Feder. Sie war weiß, weich und glänzte im Licht. „Die behalte ich“, dachte die Taube und nahm sie fest in den Schnabel.

Von da an flog sie mit der Feder im Schnabel. Es war anstrengend. Sie konnte nicht mehr so hoch fliegen, nicht so weit, und das Essen wurde schwieriger. Andere Vögel riefen: „Warum trägst du das mit dir herum?“

„Weil sie mir gehört“, antwortete die Taube und flog weiter.

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Eines Tages kam ein starker Wind auf. Die Taube klammerte sich an die Feder, aber der Wind war stärker. Die Feder riss sich los und flog davon – hoch in die Luft, über die Bäume, außer Sichtweite.

Die Taube setzte sich erschöpft auf einen Ast. Eine alte Krähe landete neben ihr. „Was hast du verloren?“

„Meine Feder“, sagte die Taube traurig. „Sie war so schön.“

Die Krähe neigte den Kopf. „Und jetzt, da sie weg ist – kannst du wieder fliegen?“

Die Taube breitete die Flügel aus. Leicht. Frei. Ohne das Gewicht im Schnabel. Sie flog ein Stück, landete wieder und sah die Krähe an. „Ja. Besser als vorher.“

Die Krähe nickte. „Manchmal hält uns das, was wir festhalten, mehr zurück als das, was wir verlieren.“

Die Taube flog davon – diesmal ohne etwas im Schnabel. Der Wind trug sie weiter als je zuvor.


Die Moral der Fabel

Nicht alles, was schön ist, müssen wir festhalten. Manches wird erst dann leicht, wenn wir es loslassen. Wer zu fest greift, fliegt oft nicht mehr so weit.

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