Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da – Inmitten des festlichen Glanzes und der besinnlichen Vorfreude stellt ein Gedicht wie... | Inspiration & Gedanken
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Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da

Inmitten des festlichen Glanzes und der besinnlichen Vorfreude stellt ein Gedicht wie „Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da“ eine wichtige, unbequeme und notwendige Frage: Was bedeutet Advent angesichts des Leids in der Welt? Dieses moderne, anonyme Gedicht ist kein typisch heiterer Weihnachtsspruch, sondern ein Appell zur Besinnung auf die ursprüngliche, soziale Botschaft der Vorweihnachtszeit. Es fordert uns auf, den Blick von unserem eigenen, gemütlichen Kerzenschein auf die Dunkelheit anderer zu lenken. In diesem Artikel ergründen wir die provokative und aufrüttelnde Tiefe dieses Textes.

Das gesamte Gedicht

Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da,
es scheint alles so schön und so wunderbar.
Doch vergessen wir nicht die Probleme der Welt,
es geht nicht um Geschenke oder weihnachtliches Geld.
Ich rede von Krankheiten, Armut und Leid,
das ist nicht selten, sondern weit und breit.
Wir sollten allen helfen, und nicht nur jetzt,
wer das Elend sieht, ist sicher entsetzt.
Drum lasst uns sammeln auf dem adventlichen Basar,
verkaufen für die Armen, sie wären uns dankbar.

(Verfasser unbekannt)

Analyse: Der dialektische Aufbau eines Sozialappells

Das Gedicht folgt einer klaren, dialektischen Struktur: Es beschreibt erst die idyllische Oberfläche, um sie dann mit der harten Realität zu konfrontieren und schließlich einen konkreten Handlungsvorschlag zu machen.

1. Die Idylle (Zeilen 1-2): Die selbstgefällige Behaglichkeit

„Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da, / es scheint alles so schön und so wunderbar.“ Der Beginn setzt mit dem klassischen, vollendeten Bild der Adventszeit ein. Das Wort „scheint“ ist dabei der erste, subtile Hinweis: Es wirkt nur so. Es ist eine Beschreibung der oft oberflächlichen, ästhetischen Wahrnehmung des Festes.

2. Die Konfrontation (Zeilen 3-8): Die Einforderung des Realitätsblicks

Das „Doch“ in Zeile 3 markiert die scharfe Wende. Der Dichter benennt konkret, was vergessen wird: „Probleme der Welt“, „Krankheiten, Armut und Leid“. Die Betonung liegt auf „weit und breit“ – es ist kein fernes Phänomen, sondern allgegenwärtig. Die direkte Ansprache („Ich rede von…“) und der emotionale Aufruf („wer das Elend sieht, ist sicher entsetzt“) sollen den Leser aus der passiven Betrachterrolle reißen. Die Kritik an „Geschenke[n] oder weihnachtlichem Geld“ zielt auf die Kommerzialisierung, die das Fest vom Kern entfremdet.

3. Der Aufruf zum Handeln (Zeilen 9-10): Die konkrete Solidarität

 

Aus der Analyse folgt die Aufforderung: „Wir sollten allen helfen, und nicht nur jetzt“. Hier wird der Adventsgedanke der Erwartung und Vorbereitung in einen Gedanken der dauerhaften Nächstenliebe übersetzt. Der konkrete Vorschlag, auf dem „adventlichen Basar“ für die Armen zu sammeln und zu verkaufen, ist bewusst traditionell und praktisch. Er zeigt: Hilfe beginnt im Kleinen, Lokalen und Greifbaren. Die „Dankbarkeit“ der Armen stellt eine direkte, menschliche Verbindung her, die dem anonymen Konsum entgegensteht.

Symbolbild: Vier brennende Adventskerzen neben einer Sammeldose und einem Basarstand mit selbstgemachten Sachen.
Advent zwischen Kerzenschein und sozialer Verantwortung – das Gedicht fordert beides.

Die theologische und ethische Dimension

Das Gedicht atmet den Geist der prophetischen Sozialkritik, die auch in der biblischen Botschaft verwurzelt ist (z.B. bei den Propheten Amos oder Jesaja). Die Geburt Christi ist die Ankunft Gottes bei den Ausgegrenzten und Armen. Ein Advent, der diese Dimension ausblendet und sich in ästhetischer Selbstzufriedenheit einrichtet, verfehlt laut diesem Text seinen eigentlichen Sinn. Es ist ein Plädoyer für einen Advent mit offenen Augen und tätigen Händen.

Praktische Impulse: Vom Gedanken zur Tat

  1. Das Gedicht als Anstoß für ein Familien- oder Gemeindegespräch: Lest das Gedicht am vierten Adventssonntag. Sprecht darüber: Wo sehen wir „Leid, weit und breit“? Was könnte unsere Familie/Gemeinde konkret tun – nicht nur zu Weihnachten?
  2. Einen „Solidaritäts-Posten“ im Adventskalender einführen: Hinter einem Türchen steckt kein Schokolade, sondern die Aufforderung, etwas für einen wohltätigen Zweck beizusteuern oder eine gute Tat zu tun.
  3. Den „adventlichen Basar“ real werden lassen: Initiiere einen Flohmarkt oder Verkauf von Selbstgebasteltem/Kochtem in der Nachbarschaft oder im Verein. Der Erlös geht an eine lokale Hilfsorganisation.
  4. Als Motto für eine Spendenaktion nutzen: Das Gedicht eignet sich perfekt als Einleitungstext auf Einladungen zu Wohltätigskeitsveranstaltungen oder in Spendenaufrufen in der Vorweihnachtszeit.

Für wen ist dieses Gedicht ein wichtiger Weckruf?

  • Fur engagierte Christen und Gemeinden, die die soziale Dimension ihres Glaubens betonen wollen.
  • Fur Familien, die ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Fest vermitteln möchten.
  • Fur Schulen und Bildungseinrichtungen, die das Thema „soziales Lernen“ in der Adventszeit behandeln.
  • Fur jeden, der das Gefühl hat, der wahre Sinn von Weihnachten gehe im Konsumrausch unter.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist das Gedicht nicht zu negativ für die schöne Adventszeit?
Es ist nicht negativ, sondern realistisch und herausfordernd. Die wahre Weihnachtsfreude kann laut diesem Text erst dann ungetrübt sein, wenn wir nicht die Augen vor dem Leid verschließen, sondern aktiv dazu beitragen, es zu lindern. Es ersetzt die Freude nicht, sondern vertieft sie durch Mitmenschlichkeit.

Warum ist der Verfasser unbekannt?
Das ist typisch für viele moderne, engagierte Gedichte, die in Gemeindebriefen, auf Flugblättern oder in sozialen Medien kursieren. Die Botschaft steht im Vordergrund, nicht die Autorschaft. Es ist ein Gedicht „aus dem Volk“ für das Volk.

 

Bezieht sich „nicht nur jetzt“ nur auf Weihnachten?
Genau. Das ist die vielleicht wichtigste Zeile. Der Appell ist, die Haltung des Helfens und der Solidarität zu einer dauerhaften Grundhaltung werden zu lassen, die über die Weihnachtswohltätigkeit hinausgeht. Advent soll ein Anfang sein, kein einmaliges Event.

Fazit: Advent als Übung in wacher Menschlichkeit

„Die vier Kerzen brennen, vier Advente nun da“ ist ein notwendiges Gedicht. Es stört die heile Welt der Adventskalender und Glühweinstände zu Recht auf. Es erinnert daran, dass die vorweihnachtliche Vorbereitung auch eine Vorbereitung des Herzens auf die Not des Nächsten sein muss. Das Licht der vier Kerzen soll nicht nur unsere Wohnzimmer erhellen, sondern auch als Leitfunke dienen, der uns den Weg zu denen weist, die im Dunkeln sitzen – in der Hoffnung, dass unsere Tat ein kleiner Widerhall der großen Weihnachtsfreude sein kann.

In diesem Sinne: Möge der Schein unserer Adventskerzen uns hellsichtig und hilfsbereit machen.

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