Ein junger Schüler kam zu seinem Meister und klagte: „Ich meditiere und meditiere, aber mein Geist bleibt unruhig. Gedanken kommen und gehen wie ein wilder Bach. Was soll ich tun?“
Der Meister sagte nichts. Er nahm den Schüler mit an einen kleinen Bach im Garten. Das Wasser floss klar und unaufhörlich über die Steine.
„Halt den Bach an“, sagte der Meister.

Mütter
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Ich vertraue dir nicht
Wenn Vertrauen zerbricht, bleibt oft die Angst, erneut verletzt zu werden.
Der Schüler starrte ihn an. „Das kann ich nicht.“
„Dann versuche es.“
Der Schüler kniete sich hin, legte die Hände ins Wasser und versuchte, den Strom zu stoppen. Das Wasser wich aus, floss um seine Finger herum und weiter. Er schöpfte, staute, blockierte – nichts half. Der Bach floss einfach weiter.
Erschöpft setzte er sich zurück. „Es geht nicht.“
Der Meister nickte. „Genau. Und doch versuchst du denselben Fehler mit deinem Geist. Du willst die Gedanken anhalten. Aber Gedanken sind wie Wasser. Je mehr du sie festhältst, desto wilder werden sie.“
Der Schüler sah auf den Bach. „Was soll ich dann tun?“
Der Meister setzte sich neben ihn. „Setz dich ans Ufer. Schau zu. Lass das Wasser fließen. Du musst den Bach nicht stoppen, um Frieden zu finden. Du musst nur aufhören, dagegen anzukämpfen.“
Sie saßen lange schweigend da. Der Bach floss. Die Gedanken des Schülers auch. Aber zum ersten Mal versuchte er nicht, sie festzuhalten.
Die Lehre
Der Geist lässt sich nicht durch Kraft beruhigen. Je mehr man gegen die Gedanken ankämpft, desto lauter werden sie. Frieden entsteht nicht, wenn der Bach stillsteht – sondern wenn man aufhört, ihn aufzuhalten, und einfach zuschaut.
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