Zwei Mönche wanderten nach einem starken Regen durch den Wald. Der Weg war matschig und voller Pfützen. An einer Stelle lag ein großer Ast quer über dem Pfad und blockierte den Weg.
Der ältere Mönch blieb stehen, hob den Ast an und legte ihn beiseite. Dann gingen sie weiter.
Stunden später, als sie im Tempel ankamen, sagte der jüngere Mönch: „Warum hast du den Ast weggeräumt? Wir hätten einfach drum herumgehen können. Und außerdem war er schwer und dreckig.“

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Der ältere Mönch sah ihn ruhig an. „Ich habe den Ast vor Stunden abgelegt. Warum trägst du ihn immer noch?“
Der jüngere Mönch schwieg. Zum ersten Mal merkte er, wie schwer die Frage in seinem Kopf geworden war – viel schwerer als der Ast selbst.
Die Lehre
Vieles, was uns belastet, haben wir längst hinter uns gelassen – und tragen es trotzdem weiter in Gedanken. Loslassen heißt nicht nur, etwas physisch abzulegen. Es heißt auch, aufzuhören, es immer wieder in den Kopf zu holen. Manchmal ist der schwerste Teil nicht die Tat, sondern das Nicht-mehr-darüber-Nachdenken.
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