Herr Sommer stand im Supermarkt und starrte auf den Einkaufszettel. Seine Frau hatte ihn morgens in die Jackentasche gesteckt. „Nur das Nötigste“, hatte sie gesagt.
Er las:
Milch
Brot
Butter
Eier
Liebe

Mütter
Manchmal reicht Liebe nicht, um eine Familie zu retten.

Ich vertraue dir nicht
Wenn Vertrauen zerbricht, bleibt oft die Angst, erneut verletzt zu werden.
Herr Sommer runzelte die Stirn. Milch, Brot, Butter, Eier – klar. Aber „Liebe“? Er drehte den Zettel um, suchte nach einer Erklärung. Nichts.
Vielleicht ein Witz. Oder ein Tippfehler. Oder sie meinte „Liebstöckel“? Er ging trotzdem zum Kräuterregal. Kein Liebstöckel. Dann zum Weinregal. Vielleicht meinte sie „Liebestrank“? Auch nicht.
Nach zwanzig Minuten stand er ratlos an der Kasse. Die Kassiererin schaute auf den Zettel und grinste.
„Haben Sie die Liebe gefunden?“
Herr Sommer wurde rot. „Äh … nein. Steht hier aber drauf.“
Die Kassiererin lachte leise. „Dann nehmen Sie doch einfach die anderen Sachen. Die Liebe bringen Sie am besten selbst mit nach Hause.“
Zu Hause legte er die Einkäufe auf den Tisch. Seine Frau schaute auf den Zettel, lachte und sagte: „Das war kein Einkaufszettel, Schatz. Das war eine Erinnerung. Ich habe dir gestern Abend gesagt, du sollst Milch, Brot, Butter und Eier holen – und mich nicht vergessen.“
Herr Sommer schüttelte den Kopf und lächelte. Dann nahm er sie in den Arm.
„Nächstes Mal schreib ich’s auf den Zettel: Liebe – nicht vergessen.“
Die kleine Moral
Manchmal stehen die wichtigsten Dinge gar nicht auf dem Einkaufszettel. Und manchmal braucht es erst ein kleines Missverständnis, damit man sich daran erinnert.
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