Herr Schneider saß gerade gemütlich auf dem Sofa, als das Telefon klingelte. Eine unbekannte Nummer. Er hob ab.
„Hallo, hier ist die Zahnarztpraxis Dr. Klein. Wir wollten nur nachfragen, ob Sie Ihren Termin morgen um 9 Uhr wahrnehmen?“
Herr Schneider runzelte die Stirn. „Welchen Termin? Ich habe keinen Zahnarzttermin.“
Kurze Pause. „Sind Sie nicht Herr Müller?“
„Nein. Schneider.“
„Ach so. Entschuldigung. Falsche Nummer.“
Er legte auf und wollte gerade weiterlesen, als es erneut klingelte. Dieselbe Nummer.
„Hallo, nochmal die Praxis. Wir haben gerade festgestellt, dass Herr Müller Ihre Nummer als Notfallkontakt angegeben hat. Könnten Sie ihm bitte ausrichten, dass er morgen um 9 Uhr kommen soll?“
Herr Schneider seufzte. „Ich kenne keinen Herrn Müller.“
„Wirklich? Seltsam. Dann … vielen Dank trotzdem.“
Zehn Minuten später klingelte es ein drittes Mal. Diesmal eine andere Stimme, etwas verlegen.
„Äh … hier ist Müller. Die Praxis hat mir gerade gesagt, Sie hätten angerufen und nach meinem Termin gefragt. Haben wir uns irgendwo kennengelernt?“
Herr Schneider musste lachen. „Nein. Aber anscheinend bin ich Ihr Notfallkontakt. Ohne dass ich davon wusste.“
Am anderen Ende wurde es still. Dann: „Das erklärt einiges. Entschuldigung. Ich streiche Sie sofort von der Liste.“
„Tun Sie das“, sagte Herr Schneider freundlich. „Und viel Erfolg morgen um 9.“
Er legte auf, schüttelte den Kopf und murmelte: „Manchmal ist man Notfallkontakt für Menschen, die man nie getroffen hat.“
Die kleine Moral
Das Leben steckt voller kleiner Missverständnisse. Manche davon sind ärgerlich. Andere bringen einen unerwartet zum Lachen – und erinnern daran, dass nicht alles so ernst gemeint sein muss, wie es zuerst klingt.
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