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Zen Geschichten

Der Meister und die volle Kiste – Eine Zen-Geschichte

Bild: Meister Volle Kiste Zen-Geschichte - Zen Geschichten, Kurzgeschichten

Ein Schüler kam zum Meister und sagte: „Ich habe so viele Fragen. Über das Leben, den Tod, den Sinn, den Weg. Bitte antworte mir.“

Der Meister deutete auf eine hölzerne Kiste in der Ecke. „Bring mir diese Kiste.“

Der Schüler holte sie. Sie war schwer. Als er den Deckel öffnete, sah er, dass sie bis oben mit Steinen gefüllt war.

MIT LIEBE ENTDECKT · HERZENSPARTNER

Ich vertraue dir nicht
Herzenskreis

Ich vertraue dir nicht

Franziska Franzi

Wenn Vertrauen zerbricht, bleibt oft die Angst, erneut verletzt zu werden.

Der Zufall hat Geschmack. Lust auf eine andere Entdeckung?

„Stelle die Kiste hierher“, sagte der Meister und wies auf den Boden vor sich. „Und nun beantworte mir eine Frage: Wie willst du etwas Neues hineinlegen, solange sie so voll ist?“

Der Schüler sah auf die Steine. „Gar nicht. Ich müsste erst welche herausnehmen.“

Der Meister nickte. „Genau. Dein Kopf ist voll mit Fragen, Meinungen und Antworten, die du schon zu haben glaubst. Solange du nicht bereit bist, etwas herauszunehmen, bleibt kein Platz für das, was ich dir zeigen könnte.“

Der Schüler schwieg. Nach einer Weile fragte er leise: „Und wie fange ich an?“

Der Meister lächelte. „Setz dich. Atme. Und lass die erste Frage einfach da sein, ohne sie sofort beantworten zu wollen. Manchmal ist das schon der Anfang.“

Sie saßen lange beieinander. Die Kiste blieb offen. Die Steine blieben drin. Aber der Schüler versuchte nicht mehr, noch mehr hineinzupressen.


Die Lehre

Ein voller Geist kann nichts Neues aufnehmen. Manchmal muss man zuerst Platz schaffen – nicht durch noch mehr Wissen, sondern durch das Loslassen von dem, was man schon zu wissen glaubt. Leere ist keine Schwäche. Sie ist die Voraussetzung für alles, was kommen mag.

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