Kleine Auszeiten

In unserer schnelllebigen Welt ist es oft eine echte Herausforderung, sich Zeit f├╝r sich selbst zu nehmen. Aber genau das ist so wichtig f├╝r unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualit├Ąt.

Der Blinde im ­čŤĄ Park – wenn du dich ├╝ber Egoismus aufregst hilft dir vielleicht diese Zen-Geschichte

Der Blinde im Park - eine Zen Geschichte zum Nachdenken
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Einst fragte Zen-Sch├╝ler Callum seinen Meister: ┬źWie schaffe ich es, mich nicht mehr ├╝ber den Egoismus meiner Mitmenschen zu ├Ąrgern?┬╗

Der Zen-Meister antwortete: „Stell dir vor, du gehst am fr├╝hen Morgen durch einen sonnigen Park. Du sp├╝rst einen zarten Wind im Gesicht, ansonsten ist alles ruhig. Dein Blick wird von hellgr├╝n leuchtenden Trauerweiden angezogen, deren Zweige sanft die Oberfl├Ąche eines Teiches voller Seerosen streicheln. Ein zartblauer Eisvogel gleitet ├╝ber das Wasser, landet auf der Bank vor dir und stimmt sein zauberhaftes Lied an. V├Âllig versunken lauschst du dem Gesang des winzigen Stimmwunders. Pl├Âtzlich wirst du grob an der Schulter gerempelt.

Du starrst auf den breitschultrigen Unhold, w├Ąhrend der Schmerz in deine Schulter schiesst. Der Vogel entflieht, ├ärger flutet deinen Geist. Wie kann dieser Idiot …“

L├Ąchelnd schaut der Zen-Meister seinen Sch├╝ler an, der verst├Ąndnisvoll nickt.

Der Meister fuhr fort: „Doch dann schaust du den ├ťbelt├Ąter ins Gesicht und erkennst, dass seine Augen v├Âllig weiss sind. Du durchschaust: Ich z├╝rne einem Blinden …“

Das Nicken des Sch├╝lers endet abrupt.

„… und dein Zorn verschwindet. Dein Schmerz tritt in den Hintergrund, Mitleid ├╝ber den Blinden kommt auf. Zudem scheint er sich auch weh getan zu haben. Du h├Ârst seine Entschuldigung und winkst ab: Kein Problem, ist doch nichts passiert, ich h├Ątte besser aufpassen sollen. Sie k├Ânnen doch nichts daf├╝r…“

Der Zen-Meister beugt sich zu seinem Sch├╝ler hinab. „Wenn du erkennst, dass der Mensch blind ist, Callum, vergibst du ihm seine Schuld. Das ist der Trick, du musst dir bei einem ├ärgernis sagen, dass der Mensch blind ist. Oder taub, je nachdem. Dann nimmst du den Vorfall die Schuld und kannst wesentlich leichter deinen Geist in Ruhe halten. Denn fast nie wird dir ein Mensch absichtlich Leid zuf├╝gen, er hat nur seinen eigenen Vorteil im Gewahrsein. Die bitteren Fr├╝chte seiner Tat ├╝bersieht er einfach.“

Zen Geschichte 

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