Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

­čÄů Ein Brief vom Weihnachtsmann | eine Weihnachtsgeschichte

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Ein Brief an den Weihnachtsmann
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Meine liebe Marie,

das Ganze ist schon lange her, Jahrzehnte, weshalb es mir erstaunlich vorkommt, dass ich mich an so viele Details erinnere. Ich erinnere mich an deine dunkelbraunen, dichten Haare, die du immer wieder versuchtest, hinter deinen Ohren zu verstauen, egal, wie oft sie sich wieder in die Ausgangsposition begaben, ich erinnere mich daran, wie du unbewusst im Mathe-Unterricht Lieder vor dich her gesummt hast. Ganz besonders gut erinnere ich mich an dein L├Ącheln, das zu jeder Zeit f├Ąhig war, einem etwas von deiner W├Ąrme zu schenken. Ich habe es dir damals nie gesagt, aber ich war Hals ├╝ber Kopf in dich verliebt. Bitte verzeih mir, es dir nie gesagt zu haben. Du musst n├Ąmlich wissen – ich war der unsicherste Junge, den man auf der ganzen Welt finden konnte.
Wahrscheinlich hast du davon geh├Ârt, ich bin ber├╝hmt geworden. „Der Mann mit dem wei├čen Bart und dem roten MantelÔÇÖ wurde ich lange genannt, bis sich das Ganze zu dem Namen „Weihnachtsmann“ entwickelte. Man kann schon sagen: im beruflichen Leben habe ich es geschafft, ich bin weltber├╝hmt geworden f├╝r das, was ich tue. Jedes Kind kennt meinen K├╝nstlernamen. Ja, man k├Ânnte daraus schlie├čen, ich m├╝sste gl├╝cklich sein.
Marie, was ich dir sagen m├Âchte ist, dass mir etwas noch heute leid tut, und ich w├╝nschte, du k├Ânntest mir verzeihen, dann k├Ânnte ich mir endlich selbst verzeihen. Du kannst dich sicher an den Tag erinnern, als ich meine rote M├╝tze mit dem wei├čen Pompon zur Schule anzog. Ich denke, unsere Mitsch├╝ler hatten einen Schock: dieser seltsame Junge, der ohnehin mit seinen langen Haaren und der schwarzen Brille mit den runden Gl├Ąsern gegen alle m├Âglichen Regeln des Schulk├Ânigreiches verstie├č, wollte jetzt auch noch mit dieser unm├Âglichen unmodischen M├╝tze provozieren. Auf dem Schulhof zertrampelten sie zuerst meine Brille, w├Ąhrend ich ohne mich zu wehren daneben stand. Dann fing einer von ihnen an, mich mit den schlimmsten W├Ârtern zu bewerfen. (Wenn ich ehrlich bin, verfolgen mich manche von ihnen immer noch in meinen Tr├Ąumen) Da kamst du mit einem Stapel B├╝chern vorbei. Du trugst einen hellblauen Pullover, es war Herbst. Als die h├Ąsslichen Worte auch in deine Ohren gelangten, glitten dir die B├╝cher aus den H├Ąnden und du schrittest wie ein Engel auf die Jungen zu. Die Jungen, die durch das Fallen der B├╝cher auf dich aufmerksam geworden waren, sahen ├╝berrascht zu, wie deine Gestalt im N├Ąherkommen immer gr├Â├čer wurde. “ Was will denn jetzt Marie von uns?“, fl├╝sterte Max den Anderen zu. “ Mariechen, hau ab! Das ist hier nichts f├╝r kleine Streberm├Ądchen“ rief dir Henri zu. Du schienst ihn nicht zu h├Âren. Du stelltest Dich zwischen mich und den Jungen, mit dem Gesicht zu ihnen und dem R├╝cken zu mir und dann ÔÇŽ dann… geschah etwas atemberaubendes: du breitetest deine Arme aus! Du sagtest kein Wort. Du starrtest dem Anf├╝hrer der kleinen Gruppe einfach direkt in die Augen. Und der Anf├╝hrer, ich glaube, er begriff etwas in diesem Moment. Er war irgendwie peinlich ber├╝hrt und versuchte, sein Selbstvertrauen mit Hilfe von ein paar dummen Spr├╝chen wiederzufinden. Aber wie du da standst, ohne dich von der Stelle zu bewegen, auf ihn starrend, konnte er es nirgendwo finden. Und, oh Wunder, er verschwand mit seinen mutigen Jungen.
Der erste Tag nach den Weihnachtsferien. Alle prahlten und ├╝bertrieben die Gro├čartigkeit der eigenen Geschenke . Es wurde darum gestritten, wer wohl das Teuerste Geschenk bekommen hatte. Als du nach deinem Geschenk gefragt wurdest, antwortetest du, dass du diese Weihnachten ohne Geschenk geblieben bist. Die M├Ądchen starrten dich ungl├Ąubig an “ An Weihnachten ohne Geschenke ?? Haha… armselig!“ – die Eine. „Ha, du Loser! Jeder bekommt etwas geschenkt zu Weihnachten ! Sind deine Eltern Obdachlose, oder was?“ – eine Andere. Ich sah dir eine Tr├Ąne herunterrollen, eine kleine, leise Tr├Ąne, gefolgt von einer weiteren und noch einer. Es entschuldigt mich nicht, nein, aber mir war es damals gelungen, erstmals zu einer Gruppe zu geh├Âren. Als ich deine Tr├Ąnen herunterrollen sah und sich unsere Blicke f├╝r einen Moment begegneten, drehte ich mich zu meinen Jungs zur├╝ck, w├Ąhrend die M├Ądchen brutal weiter auf dich Giftpfeile abschossen: „Hahaha, ich habe mal deinen Vater die Stra├če kehren sehen. Da verdient man wohl nicht so viel!“ – die Dritte. Was f├╝r ein Feigling ich doch gewesen bin! Ich h├Ątte aufstehen sollen, auf die M├Ądchen zugehen und ihnen sagen sollen, dass du so viel wertvoller bist als alle anderen !!! Dass sie kein Recht haben , dich so zu verh├Âhnen und zu verletzen. . Ich wollte dich ansprechen, dir sagen, dass es mir leid tut und dass mir bewusst ist, dass ich mich wie ein feiger Idiot verhalten habe. Ich sprach dich an, aber du redetest nicht mit mir und ich verstehe das.
Marie, verstehst du jetzt etwas? Ich habe mir den Beruf “ Weihnachtsmann“ nicht ohne Grund ausgew├Ąhlt. Es ist der Beruf, der dazu beitr├Ągt, dass kein Kind jemals ohne ein Geschenk bleibt. Wegen dir, Marie , bin ich „Der Weihnachtsmann“ geworden. Wei├čt du, vor kurzem erst sagte einer meiner Weihnachtselfer zu mir: „Mein lieber Weihnachtsmann, jedes Jahr erf├╝llst du die Weihnachtsw├╝nsche von unz├Ąhlbaren Milliarden von Kindern“ – “ Ja“, antwortete ich. ÔÇö “ Aber was ist denn dein eigener gr├Â├čter Wunsch ?“ , wisperte er . Wie ein Blitz traf mich ein Bild von dir, wie du da standst in deinem hellblauen Pullover im Herbst auf dem Schulhof. Ich habe einen gr├Â├čten Wunsch, Marie! Ich wei├č, dass du heute deine Familie schon hast. Deinen T├Âchtern schenke ich immer besonders teure Geschenke, deswegen ist das nicht ein Wunsch von mir. Mein Wunsch, er ist vielleicht albern… Ich w├Ąre gerne mit dir befreundet, Marie.
Liebe Gr├╝├če,
Dein Nikolaus

Autor: Juliania Bumazhnova

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Ich hasse Menschen Buch

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