Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Wenn die Ziege schwimmen lernt ­čÉÉ | wenn wir alle gleich w├Ąren ­čĺĽ | eine inspirierende Geschichte

Geschichte - wenn eine Ziege schwimmen lernt
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Es gab einmal eine Zeit, da gingen alle Tiere in die Schule. So schnell sie konnten, begaben sie sich zum Unterricht. Am ersten Schultag sa├čen sie aufgeregt in ihren B├Ąnken und waren neugierig. Als die Lehrer die Stundepl├Ąne vorlasen, waren viele Ooohs und Aaahs zu h├Âren. Es gab aber auch manche Iiihs und Buuhs.

Dann begann der Unterricht. Die Ente hatte in der ersten stunde Schwimmen. Das machte ihr Spa├č, denn schwimmen konnte sie gut. Am Ende der Stunde schwammen alle um die Wette. Die Ente erreichte als Erste das Ziel, sie war sogar noch schneller als der Lehrer. Zufrieden schnatternd watschelte sie zur n├Ąchsten Unterrichtsstunde, zum Klettern.

Beim Klettern gab sich das Pferd gerade besonders viel M├╝he. Es war n├Ąmlich schon beim Flugunterricht unangenehm aufgefallen. Im Fliegen h├Ątte es beinahe eine F├╝nf bekommen und sollte jetzt Nachhilfeunterricht nehmen. Der Kletterlehrer kommandiert gerade: „Erst die Arme, dann die Beine.“ Laut schnaufend klammerte sich das Pferd mit den Vorderhufen an den dicken Baumstamm, dann nahm es die Hinterhufe dazu. „Jetzt blo├č nicht loslassen“, dachte es. „Braves Pferd“, sagte der Lehrer und war zufrieden. Das Pferd war erleichtert. Aber es kam sich auch ein bisschen bl├Âd vor.

Jetzt war die Ente an der Reihe. Sie versuchte, mit den Fl├╝geln den Baum zu umklammern. Aber sosehr sie sich auch gegen den Baumstamm dr├╝ckte, der P├╝rzel war einfach im Weg. „Geht nicht“, schnatterte sie, „geht ├╝berhaupt nicht.“ Der Lehrer runzelte die Stirn. Und als der Fisch zum achten Mal versuchte, sich mit dem Maul am Baum festzusaugen, und wieder der L├Ąnge nach auf die Erde plumpste, konnte der Lehrer nur noch mit den Achseln zucken. Dieser Sch├╝ler war ein hoffnungsloser Fall! Aber der Fisch hatte Gl├╝ck. Gerade als der Lehrer ihm eine F├╝nf in sein Notenbuch schreiben wollte, ereignete sich ein Skandal.

Der Fluglehrer schrie so laut, dass alle Tiere aufhorchten und neugierig zum Flugfeld liefen. Mit rotem Kopf beugte sich der Lehrer ├╝ber die kleine gr├╝norange gestreifte Raupe mit den Klebef├╝├čen. „Du hast dir also alles genau ├╝berlegt!“, schrie er zum dritten Male. „Ja“, piepste die kleine Raupe. „Ich habe mir ├╝berlegt, ich muss jetzt nicht fliegen. Jetzt habe ich erst einmal Hunger und bis zum n├Ąchsten Ball kann ich auch kriechen. Ich muss jetzt nicht fliegen. Das kann ich vielleicht sp├Ąter einmal lernen.“ Daraufhin flog sie trotzdem, aber von der Schule – wegen allzu frechen Betragens.

Der Elefant war am Anfang noch ganz gut im Um-die-Wette- Rennen. Aber dann musste auch er Nachhilfeunterricht im Fliegen nehmen. Er rannte w├╝tend ├╝ber das Flugfeld und flatterte mit den Ohren. Mit dem R├╝ssel machter er „tr├Â├Â├Ât“. Nach vier Stunden konnte er noch immer keinen einzigen Zentimeter vom Boden abheben. Da lie├č er sich in eine gro├če Pf├╝tze fallen und weinte. Er hatte ganz und gar versagt, das konnte er nicht verkraften. Der Lehrer schaute ihn verwundert an. „Du musst dich schon ein bisschen anstrengen“, sagte er. „Fliegen ist doch wahrhaftig nicht schwer.“

Die Ameise wurde als Fall f├╝r die Sonderschule angesehen. Der Schwimmlehrer und der Fluglehrer gaben sich die gr├Â├čte M├╝he, aber die Ameise zeigte keinerlei Interesse. H├Âflich wartete sie stets deren Erkl├Ąrungen ab, um danach sofort wieder ihrer Lieblingsbesch├Ąftigung nachzugehen. Sie las den n├Ąchstbesten Brocken vom Weg auf, obwohl der dreimal so gro├č war wie sie selber, und schleppte ihn auf den Ameisenhaufen. Der Kletterlehrer war von diesem Kraftakt begeistert. Er nahm die Ameise jedes Mal in Schutz, wenn die anderen Lehrer „Problemsch├╝ler“ zischelten und „Man muss streng durchgreifen“ murmelten. „Aber, aber, liebe Kollegen!“, sagte er dann milde l├Ąchelnd.

Am Ende des Schuljahres konnte kein Tier mehr etwas sehr gut. Alle hatten nur noch Dreien und F├╝nfen im Zeugnis. „Unsere Sch├╝ler sind einfach g├Ąnzlich unbegabt“, sagten die Lehrer und sch├╝ttelten ihre K├Âpfe.

Da wussten die Sch├╝ler erst gar nicht, was sie tun sollten. Schlie├člich schwammen der Fisch und die Ente um die Wette. Der Elefant und das Pferd rannten ├╝ber die Wiese, die Ziege und die Raupe fra├čen saftige gr├╝ne Bl├Ątter, bis sie ├╝berhaupt nicht mehr konnten, und die Ameise baute sich einen sch├Ânen gro├čen Ameisenhaufen. Und jeder machte seine Sache richtig gut.

Entnommen aus dem empfehlenswerten Buch: Wenn die Ziege schwimmen lernt

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Ich hasse Menschen Buch

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