Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Der dankbare Tanuki | Ein MĂ€rchen aus Japan

Banner fĂŒr das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gefĂ€rbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Tiergestalt Tanuki in Kreisform auf blauem Hintergrund mit Auszug der MĂ€rchenbeschreibung daneben
Novellen - Kurzgeschichten - BĂŒcher - Daniela Noitz

Reichtum an FrĂŒchten und ließ die Menschen fast vergessen, dass es einen Winter gĂ€be. Doch der böse Gesell kam unvermerkt dahinter her mit all seinen Unbilden. Flur und Straßen wurden menschenleer; die Vögelchen verkrochen sich in ihre Schlupfwinkel; der heisere Schrei des Fuchses tönte durch die kalte Nacht, und wer ein schadhaftes Haus hatte, der stopfte jede Spalte zu und trachtete, sich, so gut es ging, vor der KĂ€lte zu schĂŒtzen.

Schon manche Nacht hindurch hatte der Priester in seinem warmen Zimmer gesessen und den Tanuki erwartet; er kam nicht, und sooft auch der gute Priester vor die TĂŒr eilte, wenn es wie ein leises Klopfen ertönte, so musste er sie doch stets unverrichteter Sache wieder schließen. Der Tanuki kam nicht; er war und blieb verschwunden.

Im nĂ€chsten Jahre wartete der Priester ebenso vergebens, und als der Tanuki auch im dritten Winter ausblieb, da gab ihn der Priester verloren und meinte, ein JĂ€ger hĂ€tte das arme Tier erlegt, oder ein BĂ€r oder ein Wolf hĂ€tte es zerrissen So verging die Zeit. Der Priester fĂŒhlte mehr und mehr, wie alt er wurde, und dachte oft an seinen Tod.

Der Sommer war abermals dahin und der Winter im Anzuge, als eines Abends wieder, ganz wie ehedem, ein leises, bescheidenes Klopfen an den AußenlĂ€den des Hauses ertönte. Neugierig sprang der Priester auf und öffnete, und – o Freude! – da stand unversehrt der Tanuki!

Der Priester ließ den alten Freund rasch eintreten, und als derselbe auf seinem alten Platze sich’s bequem gemacht hatte, da erzĂ€hlte er auf die Frage des Priesters, wo er denn die drei letzten Winter gesteckt habe, folgendes: „Euer Wunsch, den Ihr gegen mich ausspracht, ging mir zu Herzen, und ich beschloss, alles mögliche dafĂŒr zu tun und zu wagen, dass ich Euch die drei Yen verschaffte, welche Ihr zu einem wĂŒrdigen BegrĂ€bnis braucht. Als ich mich umhörte, wo ich wohl etwas verdienen könnte, da vernahm ich viel RĂŒhmens von der Insel Sado, wo viele GoldwĂ€schereien seien. Ich erbettelte mir daher das Geld fĂŒr die Überfahrt und fing an, dort zu arbeiten. Aber das Gold ist rar, und meine Pfoten waren so ungeschickt, dass ich drei Jahre brauchte, um soviel Geld zu sammeln, dass es fĂŒr Euch genĂŒgt. Hier sind nun die drei Yen in diesem TĂ€schchen. Bitte nehmt es freundlich an!“

Der Priester war nicht nur aufs Ă€ußerste erstaunt, sondern auch tief gerĂŒhrt. Er weigerte sich, das so sauer erworbene Geschenk des Tanuki anzunehmen; allein dieser bat ihn mit TrĂ€nen in den Augen darum und sagte: „Was wĂŒrde mir das Geld nĂŒtzen? Ich könnte es ja doch nicht brauchen.“

„Wenn ich so ohne weiteres das Geld annehme“, entgegnete der Priester, „so wird man sicherlich sagen, es sei nicht ehrlich verdient. Bestehst du also darauf, dass ich es annehme, so muss ich dich bitten, mit mir in den Tempel zu gehen und deine ErzĂ€hlung vor aller Welt zu bestĂ€tigen, damit man mir glaubt und mich nicht fĂŒr einen BetrĂŒger hĂ€lt.“

Der Tanuki war es zufrieden und erfĂŒllte die Bitte des Priesters. Alle Menschen aber, welche seine ErzĂ€hlung hörten, priesen den treuen, dankbaren Tanuki.

aus Japan 

Der dankbare Tanuki – Eine japanische Fabel ĂŒber Freundschaft und Dankbarkeit

Das japanische MĂ€rchen „Der dankbare Tanuki“ erzĂ€hlt die Geschichte eines Tanuki, einer Art von WaschbĂ€rhund, der einem Menschen dankbar ist und ihm hilft. Die Geschichte ist ein Beispiel fĂŒr die japanische Kultur und die Bedeutung von Dankbarkeit und Freundschaft. Das MĂ€rchen wurde erstmals im 19. Jahrhundert aufgeschrieben und seitdem in zahlreichen Versionen erzĂ€hlt und weitergegeben.

Das MĂ€rchen „Der dankbare Tanuki“ ist ein wichtiger Teil der japanischen Kultur und wird oft als Beispiel fĂŒr die Bedeutung von Dankbarkeit und Freundschaft zitiert. Die Geschichte ist auch eine Erinnerung daran, dass wir uns gegenseitig helfen und unterstĂŒtzen sollten, um ein glĂŒckliches und erfĂŒlltes Leben zu fĂŒhren.

Obwohl das MĂ€rchen im 19. Jahrhundert aufgeschrieben wurde, bleibt es auch heute noch relevant und inspirierend. Es zeigt uns, wie wichtig es ist, Dankbarkeit und Freundschaft zu pflegen, und erinnert uns daran, dass kleine Gesten der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft einen großen Unterschied im Leben anderer Menschen machen können.

„Der dankbare Tanuki“ ist eine berĂŒhrende und zeitlose Geschichte, die uns daran erinnert, wie wichtig es ist, unseren Mitmenschen zu helfen und ihnen gegenĂŒber dankbar zu sein.

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Ich hasse Menschen Buch

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