Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Die gerettete Frau in Mekka | ein arabisches M├Ąrchen aus 1001 Nacht

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Die gerettete Frau in Mekka - M├Ąrchen aus 1001 Nacht
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz
Einer der Gro├čen erz├Ąhlt: W├Ąhrend ich einst in dunkler Nacht den Kreis um die Kaaba machte, h├Ârte ich eine jammernde Stimme aus einem traurigen Herzen heraufsteigen, welche rief: „O Allg├╝tiger, mein Herz bleibt seinem Gel├╝bde treu! Mich r├╝hrte diese Stimme so sehr, dass ich mich ihr n├Ąherte, und siehe da! es war die Stimme einer Frau. Ich sagte ihr: „Friede sei mit dir, Mutter Gottes!“ Sie antwortete: „Mit dir sei Friede und Gottes Barmherzigkeit und Segen.“ Ich beschwor sie dann bei Gott, mir zu sagen, was das f├╝r ein Gel├╝bde w├Ąre, dem ihr Herz treu bleiben wollte. Sie antwortete: „H├Ąttest du mich nicht bei Gott beschworen, ich w├╝rde dir mein Geheimnis nicht anvertraut haben. Doch sieh, was ich bei mir habe!“ Ich sah sie genau an und fand ein Kind schlafend in ihren Armen liegend, und sie erz├Ąhlte dann: „Ich verlie├č, dieses Kind unter meinem Herzen tragend, meine Heimat, um hierher zu wallfahren. Ich hatte mich aber kaum eingeschifft, als uns der Wind ung├╝nstig ward; ein m├Ąchtiger Sturm erhob sich bald; die Meereswellen tobten mit solchem Ungest├╝m, dass sie das Schiff zerschlugen; ich aber rettete mich auf einem Brette, ward entbunden und wurde so auf diesem Brette, mit meinem Kind im Scho├če, von den Wellen hin und her getrieben. Auf einmal kam einer der Matrosen des Schiffes zu mir geschwommen und fasste mein Brett und sagte: Bei Gott! ich habe dich schon geliebt, als ich dich auf dem Schiffe sah; da ich dich nun erreicht habe, so erh├Âre meine Liebe, oder ich werfe dich von dem Brette herunter ins Meer. Ich sagte: Wehe dir! hat dir das eben erlebte Ungl├╝ck nicht zur Belehrung und Ermahnung gedient? Er antwortete: Dergleichen habe ich schon oft gesehen und bin immer gl├╝cklich davon gekommen; das macht keinen Eindruck auf mich. Ich sagte: Wir sind doch in einer Lage, aus der wir nur durch Gottergebenheit gerettet werden k├Ânnen, nicht durch S├╝nde. Aber alle meine Reden waren vergebens, der Matrose ward so zudringlich, dass ich, in der Hoffnung, ihn t├Ąuschen zu k├Ânnen, ihm sagte: Warte nur, bis mein Kind schl├Ąft. Aber er nahm mir mein Kind weg und warf es ins Meer. Als ich dies sah, zerbrach mein Herz vor Gram, ich hob den Kopf gen Himmel und rief den Allm├Ąchtigen an, dass er mich aus der Hand dieses schwarzen Ungeheuers befreie. Kaum hatte ich mein Gebet vollendet, als ein gro├čes Seetier aus dem Meer emporstieg und ihn vom Brette herunter warf. Als ich nun allein auf dem Brette war, da erwachte mein Schmerz von Neuem ├╝ber den Verlust meines Kindes, meiner Leibesfrucht, und ich betete zu Gott, dass er mich doch wieder mit ihm vereinige. Am folgenden Morgen sah ich auf einmal wei├če Segel in der Ferne, auf die mich Wind und Wellen hinstie├čen. Die Schiffsleute nahmen mich gerne auf, und als ich in ihrer Mitte war, sah ich auf einmal mein Kind bei ihnen. Ich fiel dar├╝ber her und sagte den Leuten, dass es mein Kind w├Ąre, und fragte sie, wie sie dazu gekommen. Sie antworteten: Unser Schiff hielt mitten in seinem Lauf auf einmal still, und als wir uns nach der Ursache umsahen, entdeckten wir ein Seeungeheuer, so gro├č wie eine Stadt, mit einem Kinde auf dem R├╝cken, das an seinen Fingern saugte.

„Als ich dies h├Ârte,“ sprach die Frau weiter, „erz├Ąhlte ich den Schiffsleuten, was mir begegnet, und dankte dem Herrn f├╝r seine Hilfe und gelobte, nie aufzuh├Âren, ihm in seinem Tempel zu dienen; auch habe ich seither ihn nie um Etwas angefleht, das er mit nicht gew├Ąhrt h├Ątte.“ Ich wollte nun – f├Ąhrt der vornehme Pilger fort – ihr einiges Geld schenken, aber sie sagte: „Lass mich! ich erz├Ąhle dir von Gottes Huld und Gnade, wie kannst du glauben, dass ich von einer andern Hand als der seinigen Etwas annehme?“ Da sie durchaus Nichts von mir annehmen wollte, verlie├č ich sie und rezitierte folgende Verse:
„Wie oft ist Gottes Huld im Verborgenen t├Ątig, ohne dass der sch├Ąrfste Verstand es wahrnimmt, wie manche Armut verwandelt er in Wohlstand, wie manchem brennenden Herzen reicht er erfreuliche Labung, wie Mancher ist des Morgens von Gram beladen, der des Abends nur Wonne empfindet. Geht es dir einmal schlecht einen Tag, so vertraue nur dem einzigen Allm├Ąchtigen und flehe die F├╝rbitte des Propheten an, dem Alles gew├Ąhrt wird, was er f├╝r die Seinigen fordert.“

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Ich hasse Menschen Buch

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