Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Mylord Reissack | Ein M├Ąrchen aus Japan

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Mylord Reissack - ein M├Ąrchen aus Japan
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz
Ein Mann namens Hidesato kehrte von der Reise zur├╝ck. Sein Weg f├╝hrte an einem Berg vorbei, und am Fu├če dieses Berges lag ein See, den eine Br├╝cke ├╝berspannte. Und genau ├╝ber diese Br├╝cke wollte Hidesato gehen, um ans andere Ufer zu gelangen. Doch direkt vor der Br├╝cke lag ein riesiger Drache auf der Stra├če. Hidesato war ein tapferer Mann. Folglich rannte er nicht auf und davon, sondern kletterte einfach ├╝ber den Drachen hinweg und ging ruhig weiter. Er hatte nur wenige Schritte zur├╝ckgelegt, da h├Ârte er eine Stimme, die ihn rief. Als er sich umdrehte, sah er einen majest├Ątischen, stattlichen Mann, der ihm zuwinkte. Dieser Mann hatte rotgoldenes Haar und trug eine Drachenkrone.ÔÇ× HalloÔÇť, sagte Hidesato. Habt Ihr mich gerufen?ÔÇť

Der majest├Ątische Mann trat zu ihm. ÔÇ× Ja, Hidesato, ich rief Euch. Ich bin der Drachenk├Ânig dieses Sees, und seit Tagen lag ich mit meiner Drachengestalt auf der Stra├če und wartete auf einen Mann, der keine Furcht hat. Oben am Berg lebt ein gr├Ąulicher Hundertf├╝ssler, der allabendlich herunterkommt, in meinen Palast eindringt und meine Kinder und Enkelkinder t├Âtet. Nur ein mutiger Sterblicher kann ihn vernichten, und so habe ich gewartet und gewartet.ÔÇť
ÔÇ× Ich werde mein Bestes tunÔÇť, sagte Hidesato. ÔÇ× Ich habe nicht oft Angst. Wie Ihr seht, trage ich bogen und Pfeile bei mir und bin ein guter Sch├╝tze. Ob ich das Ungeheuer erledigen kann, wei├č ich aber nicht.ÔÇť
Der Drachenk├Ânig brachte Hidesato zu seinem Palast in der Mitte des Sees, um dort den Abend zu erwarten. Bis dahin labten sie sich an Lotusblumen und Bl├╝ten. Und w├Ąhrend sie so schwelgten, sorgten zehn kleine Goldfische mit anmutigen T├Ąnzen f├╝r ihre Unterhaltung, und zehn Karpfen machten mit muschelf├Ârmigen Instrumenten s├╝├če Musik. Hidesato gefiel das alles ausnehmend gut, bis dann pl├Âtzlich ein ohrenbet├Ąubendes Krachen und Donnern ert├Ânte, als ob sich das ganze Universum in einen gewaltigen Sturm verwandelt hatte. Hidesato und der Drachenk├Ânig rannten auf den Balkon und schauten zum Berg hin├╝ber. Und der ganze Berg war von der spitze bis zum fu├č von den riesigen braunen Windungen eines gigantischen Hundertf├╝sslers verdeckt. Die Augen des Hundertf├╝sslers glichen zwei gro├če Feuerkugeln, und seine hundert Beine wirkten wie eine Kette von brennenden Laternen, w├Ąhrend das Untier den Berg herunterkroch. Hidesato spannte einen Pfeil in den Bogen und scho├č. Der Pfeil traf den Hundertf├╝ssler ganz genau in der Mitte seiner platten Stirn. Doch der Pfeil prallte wirkungslos ab. Der Hundertf├╝ssler lie├č lediglich seine feurige Zunge herausschnellen, als wolle er ÔÇ× PahÔÇť sagen, und kam unger├╝hrt immer n├Ąher. Hidesato legte einen zweiten Pfeil auf seinen Bogen und scho├č noch einmal. Wieder prallte der Pfeil mitten auf die Stirn, und wieder prallte er wirkungslos ab. Wieder fuhr die feurige Zunge des Ungeheuers hervor, und es kam immer n├Ąher gekrochen, immer n├Ąher. Nun hatte Hidesato nur noch einen Pfeil ├╝brig. Was sollte er tun?
ÔÇ×Spuckt draufÔÇť, rief der Drachenk├Ânig. ÔÇ×Der Speichel eines mutigen Mannes hat Macht in sich.ÔÇť
Hidesato spuckte auf die Pfeilspitze, spannte den Pfeil in den Bogen und scho├č. Doch diesmal glitt der Pfeil nicht ab, sondern fuhr glatt durch das Haupt des Hundertf├╝sslers. Der Hundertf├╝ssler h├Ârte mit dem Weiterkriechen auf. Die zwei gro├čen Feuerb├Ąlle, die seine Augen waren, schrumpften und wurden schw├Ącher. Die hell leuchtende Kette von Laternen, die seine hundert F├╝├če bildeten, flackerte, zitterte und verl├Âschte. Nun waren nur noch zwei kleine Feuerb├Ąlle zu sehen, die immer kleiner und kleiner wurden, bis auch sie von der Dunkelheit verschluckt wurden. Hidesato stand neben dem Drachenk├Ânig auf dem Balkon. Au├čer dem dankbaren Aufst├Âhnen des K├Ânigs konnte er nichts h├Âren, und sehen konnte er schon ├╝berhaupt nichts. Unheimliche Schw├Ąrze, unheimliches Schweigen lagen ├╝ber Berg und See. Doch dann wurde die Dunkelheit durch einen gezackten Blitz nach dem anderen zerrissen. Donnerschlag und Donnerschlag dr├Âhnte in Hidesatos Ohren. Der Berg tauchte im einen Moment beleuchtet auf und verschwand im n├Ąchsten wieder. Der Palast des Drachenk├Ânigs schwankte und bebte wie Schilf im Sturm. Und dann kam es Hidesato so vor, als ob die ganze Welt unter ihm einst├╝rzen w├╝rde. Auch er schwankte und bebte und sank dem Drachenk├Ânig zu F├╝├čen.
Als er wieder zu sich kam, war es schon Morgen. Die Sonne schien hell, der Himmel war blau, der Gipfel des Berges schimmerte wei├č, und in glitzernden blauen Wasser des Sees lag der tote K├Ârper des Hundertf├╝sslers. Die zehn kleinen Goldfische f├╝hrten ihre anmutigen T├Ąnze auf, die zehn Karpfen spielten auf ihren Muschelinstrumenten, der Tisch war gedeckt, und wieder labten sich der Drachenk├Ânig und Hidesato an Lotusblumen und Bl├╝ten. Als sie genug schnabuliert hatten, stand Hidesato auf und erkl├Ąrte, dass es f├╝r ihn Zeit sei, auszubrechen.
ÔÇ×Ich werde Euch bis zum Ende der Br├╝cke begleitenÔÇť, sagte der Drachenk├Ânig. Er und Hidesato schritten nebeneinander her, und hinter ihnen kam ein Gefolge von Fischen, die in M├Ąnner verwandelt waren und f├╝nf Geschenke trugen. Am Ende der Br├╝cke verbeugte sich der Drachenk├Ânig vor Hidesato und ging zu seinem Schloss zur├╝ck, doch das Gefolge der verwandelten Fisch ÔÇô M├Ąnner lief bis zu Hidesatos Haus mit. Und dort legten die M├Ąnner ihre f├╝nf Geschenke nieder und verschwanden.
Es gab folgende Geschenke: zwei Glocken, einen Sack voll Reis. Einen Seidenballen und ein Kochtopf. Derartige Geschenke mag man als keine sehr ├╝ppige Belohnung f├╝r die Vernichtung eines Ungeheuers einsch├Ątzen, doch in Wirklichkeit waren es sogar sehr gro├če Geschenke. Sobald der Reis ÔÇô Sack leer war, f├╝llte er sich sofort wieder, man konnte den Seidenballen aufrollen und aufrollen, und immer noch kein Ende zu sehen, der Kochtopf aber kochte alles, was man hineingab, ohne ein Feuer zu ben├Âtigen.
Nur die Glocken hatten keinen anderen Zauber als ihre s├╝├čen Kl├Ąnge, und Hidesato machte sie dem Tempel zum Geschenk.
Aus seinem Reis ÔÇô Sack und seinem Kochtopf verpflegte er sich mit Nahrung, und mit der Seide trieb er Handel. Aus dem einfachen, armen Burschen wurde ein unvorstellbar reicher Mann. Obwohl er keinerlei Lust versp├╝rte, seinen Namen zu ├Ąndern, bekam er einen anderen. Niemand nannte ihn mehr Hidesato, sondern alle nannten ihn Mylord Reis ÔÇô Sack.

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