Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Der Wurzelgallertedisput | Ein M├Ąrchen aus Japan

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Der Wurzelgallertedisput - ein M├Ąrchen aus Japan
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz
Einmal lebte irgendwo in einem einsam gelegenen Tempel ein wegen seiner Weisheit weit und breit ber├╝hmter Priester. Wandernde Bonzen kehrten oft bei ihm ein, um die Nacht im Disput mit dem gelehrten Mann zu verbringen. Nun musste er einstmals einen wichtigen Gang ├╝ber Land machen und ├╝berlegte, wem er f├╝r die Zeit seiner Abwesenheit die Obhut ├╝ber den Tempel anvertrauen k├Ânnte. Schlie├člich fiel seine Wahl auf den Wurzelgallerteh├Ąndler Hachibe, einen schweigsamen Mann. Er hie├č ihn die Priesterrobe anlegen und sch├Ąrfte ihm nachdr├╝cklich ein, etwaigen Besuchern keine Antworten auf ihre Fragen, welcher Art sie auch seien, zu geben, sondern in tiefem Schweigen zu verharren.

Damals kam nun gerade ein wandernder Priester, selbst ein hochgelehrter Mann, der den Ruf von der Weisheit seines Amtsgenossen vernommen hatte, dorthin in der Absicht, sich mit ihm im Disput zu messen, und voller Hoffnung, den Sieg in diesem Rededuell davonzutragen. Als er den Tempel betrat, sah er dort den Wurzelgallerteh├Ąndler Hachibe schweigend, wie in tiefer Meditation versunken, sitzen, und da dieser kein Wort an ihn richtete, so glaubte er, er sei in der Ausf├╝hrung einer schweigenden Bu├č├╝bung begriffen.

Voll ehrf├╝rchtiger Scheu n├Ąherte er sich ihm und nahm gleichfalls schweigend ihm gegen├╝ber Platz. Dann beschrieb er mit dem Finger einen Kreis und wollte damit die Frage stellen: „Unseres Herrn Buddha Herz…?“

Hachibe dachte: „Was mag er wohl meinen?“ und breitete dann beide Arme seitw├Ąrts aus.
Der Priester aber glaubte, er wolle damit sagen: „…ist gro├č wie der weite Ozean“, und war von der Antwort befriedigt. Nun streckte er beide H├Ąnde mit gespreizten Fingern aus, um so zu fragen: „Das gesamte Weltall…?“

Zur Antwort streckte ihm Hachibe eine Hand mit ebenfalls gespreizten Fingern entgegen. Der Priester glaubte, dies solle bedeuten: „…verharrt in den f├╝nf Tods├╝nden“, und nickte dazu befriedigt. Dann zeigte er drei Finger, um damit zu sagen: „Die drei Inkarnationen des Amida…?“

Auf diese Frage antwortete Hachibe damit, dass er nach Art von Kindern wie zum Zeichen der Schadenfreude mit einem Finger das untere Augenlid nach unten zog. Der mehr und mehr eingesch├╝chterte Priester schwieg betroffen, und da er glaubte, Hachibe h├Ątte ihm damit sagen wollen: „…suche sie in dir selbst“, r├Ąumte er besch├Ąmt das Feld, denn er dachte, jener wolle damit sagen: „St├Âre mich nun nicht l├Ąnger in meiner Meditation!“

Bei seiner R├╝ckkehr erfuhr der Priester, was sich zugetragen hatte, und war mit seinem Stellvertreter zufrieden. Er fragte Hachibe, was er sich bei den Fragen des Wanderpriesters gedacht habe und was er mit seinen Antworten gemeint habe.

Hachibe sagte lachend: „Ach, das war ganz einfach. Jener Bonze hatte es nat├╝rlich gleich herausbekommen, was f├╝r ein Gesch├Ąft ich betreibe. Er machte mit den Fingern einen Kreis. Damit meinte er nat├╝rlich: ‚;Wie gro├č sind deine Gallertewurzeln?‘ Ich zeigte ihm beide Handfl├Ąchen. Das sollte hei├čen: ‚So gro├č sind sie.‘ Dann streckte er alle zehn Finger aus und meinte damit nat├╝rlich: ‚Wie viel kosten zehn St├╝ck?‘ Ich gab ihm mit f├╝nf ausgestreckten Fingern zu verstehen, dass ich f├╝nfhundert Mon daf├╝r verlange, und der Bonze lie├č mich durch drei ausgestreckte Finger wissen, dass ich den Preis auf dreihundert Mon erm├Ą├čigen solle. Nun, darauf antwortete ich ihm, indem ich ‚Akambei‘ machte, um ihm zu zeigen, dass ich sein Angebot l├Ącherlich f├Ąnde. Na, da war er ganz klein geworden und machte sich besch├Ąmt auf die Beine.“

Ein M├Ąrchen aus Japan┬á

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Ich hasse Menschen Buch

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