Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Der Schweinehirt – ein M├Ąrchen von Hans Christian Andersen

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Der Schweinehirt - ein M├Ąrchen von Hans Christian Andersen
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Es war einmal ein armer Prinz; er hatte ein K├Ânigreich, welches ganz klein war, aber es war immer gro├č genug, um sich darauf zu verheiraten, und verheiraten wollte er sich. Nun war es freilich etwas keck von ihm, da├č er zur Tochter des Kaisers zu sagen wagte: „Willst du mich haben?“ Aber er wagte es doch, denn sein Name war weit und breit ber├╝hmt; es gab hundert Prinzessinnen, die gern ja gesagt h├Ątten; aber ob sie es tat? Nun wir wollen h├Âren.

Auf dem Grabe des Vaters des Prinzen wuchs ein Rosenstrauch ein herrlicher Rosenstrauch; der bl├╝hte nur jedes f├╝nfte Jahr und trug dann auch nur eine einzige Blume, aber das war eine Rose, die duftete so s├╝├č, da├č man alle seine Sorgen und seinen Kummer verga├č, wenn man daran roch. Der Prinz hatte auch eine Nachtigall, die konnte singen, als ob alle sch├Ânen Melodien in ihrer Kehle s├Ą├čen. Diese Rose und die Nachtigall sollte die Prinzessin haben, und deshalb wurden sie beide in gro├če silberne Beh├Ąlter gesetzt und ihr so zugesandt.

Der Kaiser lie├č sie vor sich her in den gro├čen Saal tragen, wo die Prinzessin war und „Es kommen Fremde“ mit ihren Hofdamen spielte; als sie die gro├čen Beh├Ąlter mit den Geschenken darin erblickte, klatschte sie vor Freude in die H├Ąnde. „Wenn es doch eine kleine Miezekatze w├Ąre!“ sagte sie, aber da kam der Rosenstrauch mit der herrlichen Rose hervor. „Wie niedlich sie gemacht ist!“ sagten alle Hofdamen. „Sie ist mehr als niedlich“, sagte der Kaiser, „sie ist sch├Ân!“ Aber die Prinzessin bef├╝hlte sie, und da war sie nahe daran, zu weinen. „Pfui, Papa!“ sagte sie; „sie ist nicht k├╝nstlich, sie ist nat├╝rlich!“ „Pfui, sagte alle Hofdamen, „sie ist nat├╝rlich!“

„La├čt uns nun erst sehen, was in dem andern Beh├Ąlter ist, ehe wir b├Âse werden!“ meinte der Kaiser, und da kam die Nachtigall heraus, die so sch├Ân sang, da├č man nicht gleich etwas B├Âses gegen sie hervorbringen konnte. „Superbe! Charmant!“ sagte die Hofdamen, denn sie plauderten alle franz├Âsisch, eine immer ├Ąrger als die andere. „Wie der Vogel mich an die Spieldose der seligen Kaiserin erinnert!“ sagte ein alter Kavalier; „ach ja, das ist derselbe Ton, derselbe Vortrag!“ „Ja!“ sagte der Kaiser, und dann weinte er wie ein kleines Kind. „Es wird doch hoffentlich kein nat├╝rlicher sein?“ sagte die Prinzessin. „Ja, es ist ein nat├╝rlicher Vogel!“ sagten die, welche ihn gebracht hatten. „So la├č den Vogel fliegen“, sagte die Prinzessin, und sie wollte nicht gestatten, da├č der Prinz komme.

Aber dieser lie├č sich nicht einsch├╝chtern. Er bemalte sich das Antlitz mit Braun und Schwarz, dr├╝ckte die M├╝tze tief ├╝ber den Kopf und klopfte an. „Guten Tag, Kaiser!“ sagte er. „K├Ânnte ich nicht hier auf dem Schlo├če einen Dienst bekommen?“ „Ja wohl!“ sagte der Kaiser. „Ich brauche Jemand der die Schweine h├╝ten kann, denn deren haben wir viele!“ So wurde der Prinz angesellt als kaiserlicher Schweinehirt. Er bekam eine j├Ąmmerlich kleine Kammer unten bei den Schweinen und da mu├čte er bleiben; aber den ganzen Tag sa├č er und arbeitete, und als es Abend war, hatte er einen niedlichen kleinen Topf gemacht; rings um denselben waren Schellen, und sobald der Topf kochte, klingelten sie sch├Ân und spielten die alte Melodie: Ach, du lieber Augustin, Alles ist hin, hin, hin!

Aber das Allerk├╝nstlichste war, da├č, wenn man den Finger in den Dampf des Topfes hielt, man sogleich riechen konnte, welche Speisen auf jedem Feuerherd in der Stadt zubereitet wurden. Das war wahrlich etwas ganz Anderes als die Rose! Nun kam die Prinzessin mit all ihren Hofdamen daherspaziert, und als sie die Melodie h├Ârte, blieb sie stehen und sah ganz erfreut aus; denn sie konnte auch „Ach, du lieber Augustin“ spielen. Das war das Einzige, was sie konnte, aber das spielte sie mit einem Finger.“ „Das ist ja das, was ich kann!“ sagte sie. „Dann mu├č es ein gebildeter Schweinehirt sein! H├Âre, gehe hinunter und frage ihn, was das Instrument kostet!“

Da mu├čte eine Hofdame hineingehen, aber sie zog Holzpantoffeln an. „Was willst du f├╝r den Topf haben?“ fragte die Hofdame. „Ich will zehn K├╝├če von der Prinzessin haben!“ sagte der Schweinehirt. „Gott bewahre uns!“ sagte die Hofdame. „Ja, anders tue ich es nicht!“ antwortete der Schweinehirt. „Er ist unartig!“ sagte die Prinzessin, und dann ging sie; aber als sie ein kleines St├╝ck gegangen war, erklangen die Schellen so lieblich: Ach, du lieber Augustin, Alles ist weg, weg, weg! „H├Âre“, sagte die Prinzessin, „frage ihn, ob er zehn K├╝├če von meinen Hofdamen will!“ „Ich danke recht sch├Ân“, sagte der Schweinehirt; „zehn K├╝├če von der Prinzessin oder ich behalte meinen Topf.“

„Was ist das doch f├╝r eine langweilige Geschichte!“ sagte die Prinzessin. „Aber dann m├╝├čt ihr vor mir stehen, damit es Niemand sieht!“ Die Hofdamen stellte sich davor, und breiteten ihre Kleider aus, und da bekam der Schweinehirt zehn K├╝├če, und sie erhielt den Topf. Nun, das war eine Freude! Den ganzen Abend und den ganzen Tag mu├čte der Topf kochen; es gab nicht einen Feuerherd in der ganzen Stadt, von dem sie nicht wu├čte, was darauf gekocht wurde, sowohl beim Kammerherrn wie beim Schuhflicker. Die Hofdamen tanzten und klatschten in die H├Ąnde. „Wir wi├čen, wer s├╝├če Suppe und Eierpfannenkuchen essen wird, wir wi├čen, wer Gr├╝tze und Braten bekommt! Wie sch├Ân ist doch das!“ „Ja, aber haltet reinen Mund, denn ich bin des Kaisers Tochter!“ „Ja wohl, ja wohl!“ sagte alle.

Der Schweinehirt, das hei├čt der Prinz – aber sie wu├čte es ja nicht anders, als das er ein wirklicher Schweinhirt sei – lie├č die Tage nicht verstreichen, ohne etwas zu tun, und da machte er eine Knarre wenn man diese herumschwang, erklangen alle die Walzer und Hopfer, die man von Erschaffung der Welt an kannte. „Ach, das ist superbe“, sagte die Prinzessin, indem sie vorbeiging. „Ich habe nie eine sch├Ânere Musik geh├Ârt! H├Âre, gehe hinein und frage ihn, was das Instrument kostet; aber ich k├╝├če nicht wieder!“

„Er will hundert K├╝├če von der Prinzessin haben!“ sagte die Hofdame, welche hineingegangen war, um zu fragen. „Ich glaube er ist verr├╝ckt!“ sagte die Prinzessin, und dann ging sie; aber als sie ein kleines St├╝ck gegangen war, blieb sie stehen. „Man mu├č die Kunst aufmuntern“, sagte sie; „ich bin des Kaisers Tochter! Sage ihm, er soll wie neulich zehn K├╝├če haben; den Rest kann er von meinen Hofdamen nehmen!“ „Ach, aber wir tun es ungern!“ sagten die Hofdamen. „Das ist Geschw├Ątz“, sagte die Prinzessin, „wenn ich ihn k├╝├čen kann, dann k├Ânnt Ihr es auch; bedenkt, ich gebe Euch Kost und Lohn!“ Da mu├čten die Hofdamen wieder zu ihm hinein gehen.

„Hundert K├╝├če von der Prinzessin“, sagte er, „oder Jeder beh├Ąlt das Seine!“ „Stellt Euch davor!“ sagte sie dann, und da stellten sich alle Hofdamen davor, und nun k├╝├čte er. „Was mag das wohl f├╝r ein Auflauf beim Schweinestall sein?“ fragte der Kaiser, welcher auf den Balkon hinausgetreten war. Er rieb sich die Augen und setzte die Brille auf. „Das sind ja die Hofdamen, die da ihr Wesen treiben; ich werde wohl zu ihnen hinunter gehen m├╝├čen!“ Potz tausend, wie er sich sputete! Sobald er in den Hof hinunter kam, ging er ganz leise, und die Hofdamen hatten so viel damit zu tun, die K├╝├če zu z├Ąhlen, damit es ehrlich zugehen m├Âge, da├č sie den Kaiser gar nicht bemerkten.

Er erhob sich auf den Zehen. „Was ist das?“ sagte er, als er sah, da├č sie sich k├╝├čten, und dann schlug er seine Tochter mit seinem Pantoffel auf den Kopf, gerade als der Schweinehirt den sechsundachtzigsten Ku├č erhielt. „Fort mit Euch!“ sagte der Kaiser, denn er war b├Âse, und sowohl die Prinzessin wie der Schweinehirt mu├čten sein Kaiserreich verla├čen. Da stand sie nun und weinte, der Schweinehirt schalt, und der Regen str├Âmte hernieder. „Ach, ich elendes Gesch├Âpf“, sagte die Prinzessin, „h├Ątte ich doch den sch├Ânen Prinzen genommen! Ach wie ungl├╝cklich bin ich!“

Der Schweinehirt aber ging hinter einen Baum, wischte sich das Schwarze und Braune aus seinem Antlitz, warf die schlechten Kleider von sich und trat nun in seiner Prinzentracht hervor, so sch├Ân, da├č die Prinzessin sich verneigen mu├čte. „Ich bin dahin gekommen, Dich zu verachten!“ sagte er. „Du wolltest keinen ehrlichen Prinzen haben! Du verstandest dich nicht auf die Rose und die Nachtigall, aber den Schweinehirten konntest du f├╝r eine Spielerei k├╝├čen. Das hast du nun daf├╝r!“ Und dann ging er in sein K├Ânigreich hinein; da konnte sie drau├čen singen: „Ach, du lieber Augustin, „Alles ist hin, hin, hin!

Hans Christian Andersen 
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Ich hasse Menschen Buch

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