Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Der verlorene Angelhaken | Ein MĂ€rchen aus Japan

Banner fĂŒr das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gefĂ€rbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Der verlorene Angelhaken - ein MĂ€rchen aus Japan
Novellen - Kurzgeschichten - BĂŒcher - Daniela Noitz
Vor langer, langer Zeit ging einmal ein kleiner Bub zum Angeln ans Meer, und wie er so am Strand saß und seine Fischleine ins Wasser hĂ€ngte, rauschte ein großer Fisch heran, biss zu, riss den Angelhaken ab und verschwand in der Tiefe.

Der Junge brach in TrĂ€nen aus und heulte laut: “Mein Angelhaken, jetzt ist mein liebster Angelhaken weg, was mach ich nur?”

Das Gejammer drang hinunter bis zum Meereskönig, er stieg an die WasseroberflĂ€che empor und fragte freundlich: “Na, na, was ist denn los, warum musst du so arg weinen?”

Der Junge schnupfte auf und klagte: “Gerade eben hat mir ein großer Fisch meinen Angelhaken weggenommen.” Und schon wieder wollte er in TrĂ€nen ausbrechen.

“So beruhige dich doch und weine nicht mehr. Das ist alles nicht so schlimm. Weißt du was, ich suche dir deinen Angelhaken und bringe ihn zurĂŒck. Ich meine, das sollte fĂŒr mich nicht allzu schwierig sein.”

“Oh ja, bitte, das wĂ€re fein. Willst du das wirklich fĂŒr mich machen?”

Der Bub wischte sich das feuchte Gesicht mit dem Ärmel ab und guckte den Drachenkönig hoffnungsvoll an.

“Gut, dann warte mal ein Weilchen, ich komme bald wieder.”

Der Meereskönig begab sich hinunter in sein Drachenschloss, und er rief die Lebewesen, die im Meer hausen, zu sich. Sie kamen herbei und standen erwartungsvoll vor ihrem FĂŒrsten.

“Wer von euch hat heute einen Angelhaken an sich genommen? Dieser Haken ist sogleich bei mir abzuliefern!”

So fragte er, die Meerestiere schauten eines zum anderen, aber es meldete sich niemand. Nach einer Weile traf noch ein Polyp, der sich auf der Jagd verspĂ€tet hatte, ein, und der sprach: “Melde gehorsamst, mein Nachbar, der mebaru, lĂ€sst sich fĂŒr die heutige Versammlung entschuldigen. Er fĂŒhlt sich gar nicht wohl und liegt mit starken Halsschmerzen zu Bett.”

Der Meereskönig horchte auf: “So ist das, aha, bring mir den mebaru sogleich hierher, ich habe da einen Verdacht.”

Der Polyp vernahm den Befehl, und so schnell er konnte, fĂŒhrte er ihn aus. Der mebaru erschien im Drachenschloss, wurde vor seinen König gebracht, und der fragte ihn: “Erinnerst du dich an den kleinen Jungen, der heute morgen am Strand gesessen hat? Sein Angelhaken sei ihm gestohlen worden, hat er mir geklagt. Hast etwa du diesen Haken genommen?”

Der mebaru wollte sich nicht recht zu einer Antwort bequemen, aber dann sagte er doch schleppend: “Ja, mein König, das war ich.” – “Dann gib ihn heraus, aber sofort!”

“Das kann ich leider nicht, so gerne ich auch möchte. Er steckt mir tief im Schlund, und ich kann ihn nicht rausziehen. Ich wĂ€re ihn gerne los, er macht mir betrĂ€chtliche Halsschmerzen.”

“So, mein Lieber, dann komm mal her zu mir, nahe, ganz nahe!” Der mebaru trat dicht vor den König, dieser zog sein Schwert, und mit einem Hieb spaltete er den Mund des Fisches, sodass er riesengroß klaffte. Der Angelhaken war nun leicht zu entfernen.

Der Meereskönig entließ seine Untertanen und stieg wieder an die WasseroberflĂ€che empor. Am Strand wartete geduldig der kleine Bub, und als ihm der WasserfĂŒrst seinen Angelhaken aushĂ€ndigte, wusste er sich vor Freude nicht zu lassen. Er machte seine artigsten Verbeugungen und dankte dem Herrscher des Meeres sehr fĂŒr seine MĂŒhe.

Der Mebaru erholte sich wieder von der Operation, die man an ihm vorgenommen hatte. Sein Maul aber wuchs nicht mehr zusammen, und bis auf den heutigen Tag gehört er zu den Fischen, die einen großen Rachen haben.

aus Japan 

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