Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Yuriwaka – Daijin | Ein MĂ€rchen aus Japan

Banner fĂŒr das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gefĂ€rbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Yuriwaka - MĂ€rchen aus Japan
Novellen - Kurzgeschichten - BĂŒcher - Daniela Noitz
In alter Zeit lebte einmal irgendwo zwei Edelleute, der reiche Asahi und der reiche Manno. Asahi hatte zwölf Kinder, Manno hatte nicht ein einziges Kind, aber unermesslich viel Geld. Einmal befahl der Landesherr den beiden Edelleuten, ihm ihre grĂ¶ĂŸere Kostbarkeiten zu zeigen. Da setzte Asahi seine zwölf Kinder. PrĂ€chtig gekleidet und geschmĂŒckt, in einer Reihe in eine dafĂŒr errichtete Halle aus Reisig, wo sie vor den Augen aller Leute ihre Fertigkeit in mannigfaltigen KĂŒnsten zeigten. Manno stellte vor goldenen Setzschirmen, hinter silbernen, durchsichtigen VorhĂ€ngen sein vieles Geld nebeneinander aufgeschichtet zur Schau. Alles Volk aber sammelte sich nur dort, wo Asahis Kinder ihre KĂŒnste vorfĂŒhrten und ihre TĂ€nze zeigten; nach Mannos SchĂ€tzen sahen die Leute erst gar nicht hin. Als der FĂŒrst das, was ihm die beiden als kostbarstes Gut gezeigt hatten, gesehen hatte, sprach er die Worte des Gedichtes:

„Fasan, du Kinderreicher
Wie sehr doch
Triumphierst du ĂŒber den stolzen,
Einsamen Falken …“

Damit wollte er sagen, dass die Kraft und Gesundheit von Asahis Kindern allen Glanz und alle die toten SchĂ€tze Mannos in den Schatten stellten. Als Manno diese Worte gehört hatte, sah er sich geschlagen und dachte bei sich: „Wie wahr ist doch das Sprichwort, das da sagt: „Kostbarer als zehntausend schatzgefĂŒllter Speicher ist der Besitz von Kindern.“ Von nun an kannte Manno keinen anderen Wunsch mehr als den, gleichfalls ein Kind zu besitzen. Tag fĂŒr Tag pilgerte er, eine weiße Lilie als Gabe darbringend, zum Tempel der Kannon von Hase, um die Gottheit zu bitten, ihm ein Kind zu schenken. Endlich wurde auch sein Wunsch erfĂŒllt, und es wurde ihm ein Sohn geboren, den er Yuriwaka – Daijin nannte. Denn Yuriwaka hatte seit seiner Jugend eine Körperfarbe, weiß wie eine Lilie. Wenn sich die Ritterschaft des Landes irgendwo versammelte, dann ĂŒberragte er alle an HaupteslĂ€nge und ĂŒbertraf alle an UngestĂŒm und KĂŒhnheit. Als er dann in die Jahre kam, wo man sich nach einer Frau fĂŒr ihn umzusehen begann, da war unter den Töchtern der adligen Familien keine zu finden, die er auch nur eines Blickes wert fand. Einmal saß er am Fenster und hörte Leute auf der Straße im Vorbeigehen sagen: „Da sagen die Leute immer, dass der Herr Yuriwaka kein MĂ€dchen im Lande fĂŒr wĂŒrdig befĂ€nde, seine Frau zu werden; doch da ist des Staatrats SanjĂČ Tochter, wĂŒrde er sie kennen, er nĂ€hme sie sofort.“

Als er dies gehört hatte, brach er sofort auf und entfĂŒhrte bei Nacht Prinzessin SanjĂČ. Zu Strafe fĂŒr diesen Raub schickte man Yuriwaka – Daijin aus, die DĂ€monen auf der Insel Onigashima zu vernichten. Das Schiff, auf dem er zu dieser Fahrt auszog, trug Segel aus vierhundertundacht Leinwandbahnen am Maste, achtundvierzig andere Schiffe begleiteten ihn auf diesem Zug. In der Nacht vor Yuriwaka – Daijins Ankunft hatte der DĂ€monenfĂŒrst einen Unheil verheißenden Traum und sagte zu seinem Vater, dem alten DĂ€monenfĂŒrsten: „Lass uns alle Vorbereitungen treffen, um gegen jedes UnglĂŒck, das uns widerfahren könnte, gerĂŒstet zu sein.“ Der alte DĂ€mon aber antwortete ihm prahlerisch, auf seine TeufelskĂŒnste vertrauend: „Was redest du da fĂŒr dummes Zeug? Hat man je so etwas gehört? Wer uns auch immer bedrohen wollte und woher er auch immer kommen möge, er wird in uns seine Meister finden.“ Als dann Yuriwaka – Daijins Schiffe an Land stoßen wollten, schleuderten die DĂ€monen viele große und kleine Steine gegen die Schiffe. Yuriwaka – Daijin aber stand hochaufgerichtet am Bug seines Schiffes und fing alle Steine leicht mit seinem entfalteten KriegsfĂ€cher, der mit der roten Sonnenscheibe bemalt war, auf. Als die DĂ€monen sahen, dass ihnen dies nicht helfen wĂŒrde, öffneten sie ihren Windsack und ließen ihm Feuerwind und Feuerregen entströmen. Feuerwind und Feuerregen verbrannte alle achtundvierzig Schiffe, die Yuriwaka – Daijin begleitet hatten, nur Yuriwaka – Daijins eigenes Schiff blieb wohlbehalten, und es gelang ihm, glĂŒcklich an Land zu kommen.

Da zogen sich die DĂ€monen in ihre Felsenhöhle zurĂŒck und verschlossen sie mit FelsentĂŒren. Das half ihnen aber nichts, denn Yuriwaka – Daijin öffnete die schweren SteintĂŒren leicht mit einer großen Eisenstange. Dann lagen die beiden Gegner einander sieben Tage und sieben NĂ€chte gegenĂŒber, sich gegenseitig mit Blicken messend. Schließlich unterlagen in diesem Wettstreit die DĂ€monen, die Yuriwaka – Dajins Blicke nicht mehr ertragen konnten, und aus ihren Augen flossen blutige TrĂ€nen. Nun erst begann der wirkliche Kampf. Yuriwaka- Daijin schlug mit einem Schwertstreich dem DĂ€monenfĂŒrsten das Haupt ab. Der Kopf aber flog zum Himmel empor, um sich dort die Medizin zu holen, mit der man Kopf und Körper wieder vereinigen kann. Schnell packte Yuriwaka- Daijin, wĂ€hrend der Kopf noch unterwegs war, den Körper des DĂ€monenfĂŒrsten in eine große Steinkiste und verschloss diese mit einem schweren Deckel. Als der Kopf nun vom Himmel zurĂŒckkehrte, konnte er sich nicht mehr mit dem Körper vereinigen und stĂŒrzte voll Wut und Verzweiflung auf Yuriwaka – Daijin. Von den sieben Eisenschichten von Yuriwaka – Daijins Helm zerbiss er sechs Schichten, so daß nur noch eine einzige Schicht den Kopf schĂŒtzte. Dieser aber zeigte keine Angst und SchwĂ€che, sondern sagte nur lachend: „Sieben Schichten hat mein Helm, nachdem du zwei zerbissen hast, bleiben doch fĂŒnf ĂŒbrig.“ Als dies der DĂ€monenkopf hörte, verlor er den Mut, ließ den Helm fallen und fiel tot zur Erde.

Nun erst wandte sich Yuriwaka – Daijin gegen die kleinen DĂ€monen und vernichtete alle bis auf einen kleinen DĂ€mon, dem er das Leben schenkte. Obwohl dieser Sieg nur einzig und allein, nur durch seine eigene Kraft errungen zu haben, rĂŒhmte sich Yuriwaka- Daijin, den Sieg ganz allein, nur durch seine eigene Kraft errungen zu haben, und weigerte sich, den Göttern seinen Dank zu sagen. DafĂŒr traf ihn die himmlische Strafe. Als er sich, von dem langen schweren Kampf ermĂŒdet, ausruhen wollte und im Grase liegend einen kurzen Schlaf zu tun gedachte, schlief er drei Tage und drei NĂ€chte lang ohne Unterbrechung.

Da ĂŒberredeten seine beiden Vasallen, BeppĂč no JirĂČ no SaburĂČ die Mannschaft dazu, ohne Yuriwaka – Daijin nach Hause zurĂŒckzukehren, um Lohn und Ruhm fĂŒr die Vertilgung der DĂ€monen fĂŒr sich in Anspruch zu nehmen. Heimlich segelten sie davon und ließen den schlafenden Yuriwaka – Daijin ohne Mittel und Hilfe auf der Insel zurĂŒck. Als Yuriwaka – Daijin nach dem dritten Tag seines Schlafes erwachte, sah er sich von den Seinigen verlassen allein nur mit dem kleinen DĂ€mon, dem er das Leben geschenkt hatte, als GefĂ€hrten. Dort wohnte er in einer Höhle, und seine Nahrung war Seegras, das der kleine DĂ€mon fĂŒr ihn suchte und ihm vorsetzte, nachdem er es im Munde mit seinem feurigen Atem gekocht hatte. Die BrĂŒder BeppĂč hatten inzwischen, in der Heimat angekommen, ĂŒberall die Nachricht verbreitet, daß Yuriwaka – Daijin im Kampfe mit den DĂ€monen den Tod gefunden habe, und zur Belohnung fĂŒr die Vernichtung der DĂ€monen mit Yuriwaka – Daijins GĂŒtern und Ämtern belehnt worden. Nur Yiuriwaka – Daijins Frau wollte an seinen Tod nicht glauben. Eines Nachts sah ihn im Traum allein auf einer einsamen Insel, auf Befreiung und Rettung wartend. Da nahm sie Yuriwaka – Daijins Lieblingsfalken Midorimaru und befahl ihm zu Yuriwaka – Daijin zu fliegen.

Als der Falke Yuriwaka – Daijin auf seiner Insel gefunden hatte, schrieb dieser mit einem Holz auf ein Baumblatt einen Brief an seine Frau, band das Blatt dem Falken an den Fuß und ließ ihn wieder fliegen. Als Yuriwakas – Daijins Frau den Brief auf dem Blatt erhalten hatte, sandte sie den Falken nochmals und band ihm Pinsel, Tusche und Tuschreibstein zusammen mit einem Brief an das Bein. Der Tuschreibstein war aber fĂŒr den Falken zu schwer, und unterwegs verließen ihn die KrĂ€fte. Er fiel ins Meer und ertrank. Die Wellen trieben aber den toten Falken an den Strand der Insel, und dort fand ihn Yuriwaka – Daijin, als er am Strand nach einem rettenden Schiff Umschau hielt. So verlor er zum zweiten Male die Möglichkeit, mit seiner Frau in Verbindung zu treten. Nachdem nun Yuriwaka – Daijin drei Jahre auf der einsamen Insel verbracht hatte, hatte eines Nachts ein Fischer einen Traum, in dem wurde ihm verheißen, wenn er bei der Insel Onigashima fischte, so wĂŒrde er einen seltenen Fisch fangen. Als er sich dorthin aufmachte, traf er Yuriwaka – Daijin auf der Insel. In den drei Jahren, in sich Yuriwaka – Daijin weder Haar noch Bart geschnitten noch ein warmes Bad genommen hatte, war er ganz verwildert und sah einem Menschen nicht mehr Ă€hnlich. Als er den Fischer bat, ihn in sein Boot zu nehmen, wollte dieser deshalb nicht auf ihn hören. Yuriwaka – Daijin aber bestieg trotzdem das Boot und zwang den Fischer, ihn nach der Heimat zu fahren.

Dort angekommen wanderte er durch das Land, bis er zu einem Palast gekommen war. Dort erkannte ihn niemand. Nur sein altes Lieblingspferd Onikage erkannte ihn wieder und begrĂŒĂŸte ihn, als er am Pferdestall vorĂŒberging, indem es achtmal vor ihm die Knie beugte. Sonst wollte niemand etwas von dem schmutzigen und verwilderten Menschen wissen, und man gab ihm schließlich aus Gnade den Posten eines Badstubenheizers im Palast. Weil sein Körper ĂŒber und ĂŒber mit Schmutz bedeckt war und Bart und Haare verfilzt wie Moos waren, nannten ihn alle Leute Kokemaru. Als Yuriwaka – Daijins alte Amme einmal diesen Kokemaru sah, dachte sie bei sich: „Sieht er nicht irgendwie einem Herrn Yuriwaka Ă€hnlich? Wenn es Herr Yuriwaka wĂ€re, so mĂŒsste er doppelte Zahnreihen haben. Wie könnte ich es wohl anstellen, daß ich diesen da zum Lachen bringe, um Gelegenheit zu haben, seine ZĂ€hne zu sehen?“ Schließlich dachte sie sich einen Plan aus. Als Kokemaru einmal auf dem Hofe des Palastes stand, hob sie ihren Rock hoch, entblĂ¶ĂŸte hinten und begann und begann possenhaft in diesem Aufzug zu tanzen. Als Yuriwaka diesen Tanz der Alten sah, musste er, weil es ihm gar zu komisch vorkam, unbewusst lĂ€cheln. Da sah die Alte die doppelten Zahnreihen in seinem Mund und wußte, daß er Yuriwaka- Daijin war. Als sie den Leuten vom Palast von ihrer Entdeckung erzĂ€hlte, wollte es niemand glauben und man beschloss, den Kokemaru auf die Probe zu stellen. Yuriwaka – Daijins altes Lieblingsroß Onikage war ein wildes Pferd, dass außer Yuriwaka – Daijin niemand zu zĂ€hmen verstand. Man fĂŒhrte es aus dem Stall und befahl dem Kokemaru, es zu besteigen. Kaum hatte er sich auf seinen RĂŒcken geschwungen, da gehorchte das Pferd, das bis dahin keinen anderen Reiter im Sattel geduldet hatte, gehorsam seinen ZĂŒgeln. Nun sahen alle, daß der schmutzige Kokemaru kein anderer als Yiriwaka – Daijin sein konnte. Auf seinen Befehl brachte man ihm den „TausendmĂ€nnerbogen“ den niemand als er zu spannen vermochte. Er ergriff ihn und erschoss damit die beiden BrĂŒder BeppĂč und all die treulosen Vasallen, die ihn auf der Insel verlassen hatten. Der TennĂČ aber freute sich sehr, als er hörte, dass Yuriwaka – Daijin, den alle fĂŒr tot gehalten hatten, noch am Leben war, und setzte ihn wieder in alle seine Ämter und WĂŒrden ein.

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Ich hasse Menschen Buch

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