Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Jiraiya | Ein M├Ąrchen aus Japan

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Jiraiya - M├Ąrchen aus Japan
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz
Jiraiya war der Sohn eines Daimio im ├Âstlichen Japan; dieser sein Vater, F├╝rst einer gro├čen Provinz, hatte einen erbitterten Krieg gegen einen benachbarten Daimio zu f├╝hren, welcher ihn schlie├člich in einer gro├čen Schlacht besiegte und erschlug, alle seine Krieger t├Âtete oder in die Flucht trieb und das ganze Erbe Jiraiyas an sich riss. Dieser war gezwungen, als Fl├╝chtling die v├Ąterliche Provinz zu verlassen. Tief ergrimmt ├╝ber sein Schicksal, floh Jiraiya weiter und weiter in finstere W├Ąlder. Er wusste nicht, was er beginnen sollte; er vermochte sich nicht zu entschlie├čen, Dienste bei einem anderen F├╝rsten zu nehmen, da er ein Prinz von Gebl├╝t war. Da er nun nichts auf der Welt mehr besa├č, um sein Leben zu fristen, und dabei ein unerschrockener, starker Krieger war, so fasste er den Entschluss, sich von Stra├čenraub zu n├Ąhren, und so setzte er sich in den Bergen von Etschigo fest und ward einer der gef├╝rchtetsten R├Ąuber, die es gab. Es war aber die Gegend voll von seinesgleichen, und als die ├╝brigen R├Ąuber erkannten, dass Jiraiya unstreitig der k├╝hnste und verwegenste unter ihnen allen war, so kamen sie zu ihm und baten ihn, ihr Oberhaupt zu werden. Jiraiya willigte ein und wurde in der Tat ein R├Ąuberhauptmann, wie es einen m├Ąchtigeren nie gegeben hatte.

Er f├╝hlte sich nun nicht mehr ungl├╝cklich ├╝ber sein Schicksal, sondern er lebte der gewissen Hoffnung, dass er mit der Zeit Mannschaften und Geld genug bekommen w├╝rde, um gegen seinen m├Ąchtigen Feind, den M├Ârder seines Vaters, einen erfolgreichen Kampf zu unternehmen, und zu diesem Zwecke h├Ąufte er Sch├Ątze auf Sch├Ątze.
Nun lebte in demselben Gebirge in einer tiefen H├Âhle ein Eremit Namens Senso-Dojin, der ein Freund von Jiraiyas Vater gewesen war und seine Zuneigung auf den Sohn ├╝bertrug. Dieser Eremit trieb aber Zauberei und war namentlich im Besitze eines sehr wichtigen und m├Ąchtigen Zaubers, des sogenannten Froschzaubers oder, wie es im Japanischen hei├čt, Gamano-jutsu. Mit Hilfe dieses Zaubers vermochte Senso-Dojin sich und andere Menschen in riesengro├če Fr├Âsche zu verwandeln, die dann mit Leichtigkeit unerkannt und wohlgeborgen jedes Gew├Ąsser durchschwimmen konnten oder auch am Ufer sa├čen und den Menschen auflauerten und viele andere au├čerordentliche Dinge zu st├Ąnde brachten. Der Eremit, der sehr stolz auf den Besitz dieses merkw├╝rdigen Zaubers war, konnte sich desselben doch nicht so von Herzen freuen, wie er w├╝nschte, denn es war damit eine gro├če Unannehmlichkeit verkn├╝pft, welche ihn gar nicht seines Lebens froh werden lie├č. Es gab n├Ąmlich im n├Ąmlichen Gebirge eine b├Âsartige gro├če Schlange, Orotschi genannt, die auch zauberkundig war und die Kraft besa├č, Senso-Dojins Froschzauber zu vernichten. Sie hasste den Eremiten und trachtete ihm unaufh├Ârlich nach dem Leben, und da sie ihm nicht anders beizukommen wusste, so nahm sie Menschengestalt an und umschlich sehr oft seine H├Âhle. Der Eremit war in best├Ąndiger Angst vor dem Thun und Treiben seiner Feindin, so dass er nur selten seine H├Âhle zu verlassen wagte. Endlich kam ihm der Gedanke, Jiraiyas Hilfe in Anspruch zu nehmen. ┬╗Wir k├Ânnen beide uns n├╝tzen,┬ź sprach er zu ihm. ┬╗Du erh├Ąltst meinen Froschzauber, den ich dir schenke, damit du durch seine Hilfe dich an deinem Feinde r├Ąchest, welchen du sonst doch schwerlich besiegen k├Ânntest, denn er ist sehr m├Ąchtig; und daf├╝r schaffst du mir meinen Feind, die Schlange fort und befreiest mich von ihren gr├Ąulichen Nachstellungen. Ach, ich bin ├╝berzeugt, dass sie mich trotz aller Vorsicht erwischen und fressen wird. Deshalb hilf mir und t├Âte sie mit menschlicher Kraft und menschlichen Waffen.┬ź
Jiraiya h├Ârte diese Worte mit vielem Vergn├╝gen und nahm ohne Z├Âgern den Vorschlag an. Unges├Ąumt empfing er den Froschzauber; dann aber zog er, der Tapferste unter den Tapferen, sofort gegen den b├Âsen hinterlistigen Feind des Eremiten aus. Orotschi, die Riesenschlange, welche keine Ahnung von der Gefahr hatte, die sie bedrohte, und sich deren nicht versah, wurde alsbald von der Hand des Helden Jiraiya erlegt. Ein Pfeil durchbohrte sie und machte ihrem t├╝ckischen Treiben ein Ende.
Der Eremit Senso-Dojin war damit freilich aus aller Gefahr befreit, aber Jiraiya kam nicht so gut davon. Er hatte sich in eine b├Âse Lage gebracht und b├╝├čte beinahe das Leben ein. Die Angeh├Ârigen der Schlange n├Ąmlich konnten den Tod der gro├čen Zauberin nicht verschmerzen und sannen auf Rache gegen Jiraiya. Und wie das Schlangengelichter ein kriechendes, hinterlistiges Geschlecht ist, so kamen sie nicht in offenem Kampfe zu zu Jiraiya, sondern bereiteten heimt├╝ckisch einen Trank aus Schlangengift, den sie ihm eines Tages beizubringen wussten. Er, ahnungslos, trank die Schale und wurde auf der Stelle zum Tode krank. Sicherlich h├Ątte er sterben m├╝ssen, wenn ihm nicht abermals wunderbarerweise durch einen Zauber geholfen w├Ąre.
In der N├Ąhe wohnte eine Jungfrau mit Namen Tsunade, die bereits viel von Jiraiya geh├Ârt hatte, denn das Volk ehrte ihn als einen Tapferen. Diese Jungfrau hatte von einem alten Manne, einem Freunde ihres Vaters, den ber├╝hmten heilkr├Ąftigen Schneckenzauber erlernt, der gegen den Schlangenzauber und namentlich gegen das Gift der Schlangen sch├╝tzt. Die Jungfrau war deshalb auch beim Volke sehr beliebt und hatte gro├čen Ruhm, denn weit und breit nahm man ihre Hilfe in Anspruch, sobald jemand von einer Schlange gebissen war. So hatte sie schon viele Menschen vom Tode errettet. Sie h├Ârte nun, dass der tapfere Jiraiya an Schlangengift sterben m├╝sse. Sofort machte sie sich auf den Weg und eilte zu ihm; sie kam auch nicht zu sp├Ąt. Jiraiya ward durch sie gerettet und stand bald wieder kr├Ąftig und gesund auf seinen F├╝├čen. Zum Danke f├╝r ihre Hilfe nahm er Tsunade zum Weibe; diese war sehr gl├╝cklich, den ber├╝hmten Krieger Jiraiya zum Gatten bekommen zu haben, und zog fortan stets mit ihm und verlie├č ihn nie.
Jetzt aber war es Zeit, dass Jiraiya seine eigentliche Lebensaufgabe l├Âste und endlich gegen seinen eigenen Feind zog, der ihn aus dem Hause und dem Reiche seiner V├Ąter vertrieben hatte. Er legte die R├╝stung an und nahm seine Waffen zur Hand; dann versammelte er die Seinen und zog gegen die feindliche Burg. Dieselbe war von einem breiten, tiefen Wassergraben umgeben, ├╝ber den keine Br├╝cke f├╝hrte. Dies war Jiraiya stets als gr├Â├čtes Hindernis erschienen, wenn er daran dachte, den M├Ârder seines Vaters zu bekriegen; denn Schiffe wurden von den Mauern des Schlosses beobachtet, und deren Bemannung h├Ątte den Pfeilen unm├Âglich standhalten k├Ânnen, welche vom Schlosse her auf sie geschossen w├Ąren. Heute lachte Jiraiya ├╝ber den breiten Graben; er war ja im Besitze des Froschzaubers, der ihn in den Stand setzte, samt allen Genossen ungesehen durch die Fluten zu gelangen. Dann konnte er nach kurzem Kampfe den ├╝berraschten Feind schlagen, Rache f├╝r seinen Vater ├╝ben und f├╝r sich selbst zur├╝cknehmen, was urspr├╝nglich und von Rechts wegen sein Eigentum war. ├ťbergl├╝cklich in diesem Gedanken und von Kampfeslust beseelt, zog Jiraiya aus; allein es kam ganz anders, als er geglaubt. Der Schlangentrank, der ihm freilich verm├Âge Tsunades Hilfe an Leben und Gesundheit keinen Schaden getan, ward ihm dennoch verderblich, denn er hatte die Kraft des Froschzaubers gebrochen.
So stand Jiraiya wutschnaubend vor der Burg seiner V├Ąter, und als er dennoch den Kampf wagte, war der Erfolg ÔÇô wie bei der ├ťbermacht seines Gegners vorauszusehen ÔÇô ein sehr schlechter. ├ťberall geschlagen, musste er abermals fl├╝chten und auf seine Rache f├╝r immer verzichten.
Mit dieser Erkenntnis war auch seine Lust am Kampfe und am fr├Âhlichen Kriegerleben dahin. Er fand keinen Gefallen mehr daran und zog sich in tiefe Einsamkeit in die Berge zur├╝ck, wo er fortan bis zu seinem Tode mit seiner Frau und seinem alten getreuen Freunde lebte.

aus Japan 

+1
0
+1
0
Dieses Bild teilen:
Ich hasse Menschen Buch

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mut zur Selbstverantwortung: Werde zum Gestalter deines Lebens!

Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und gestalten Sie es selbst! Mit "Mut zur Selbstverantwortung" lernen Sie, Verantwortung zu ├╝bernehmen, Ihre Gedanken zu kontrollieren und selbstbestimmt zu handeln. Praktische ├ťbungen helfen Ihnen dabei, negative Muster loszulassen und sich weiterzuentwickeln. Werden Sie zum Gestalter Ihres Lebens und finden Sie Erf├╝llung und Gl├╝ck!

In diesem buch lassen sich wundersch├Âne momente festhalten, indem es paare gemeinsam ausf├╝llen. Bauplan : der bauplan f├╝r das neue haus wurde von einem renommierten architekten entworfen. Der hirschk├Ąfer heinz erhardt.