Kaguya-hime – die Legende der Mondprinzessin | Ein MĂ€rchen aus Japan

Kaguya Hime - Mondprinzessin - ein MĂ€rchen aus Japan

FĂŒr Liebhaber*innen guter Literatur:
Jetzt ansehen →
Zu BĂŒchern Amazon →

Es war einmal im alten Japan, da lebten ein alter Bambusschneider und seine Frau am Fuße eines Berges. Sie hatten keine Kinder, aber eines Tages fand der alte Bambusschneider einen Bambus mit einem mysteriösen Licht. Er schnitt ihn ab. Im inneren des Stammes sah er ein liebliches kleines weibliches Baby. Der Bambusschneider und seine Frau dankten den Göttern fĂŒr ihr großzĂŒgiges Geschenk und nannten ihr neues Baby Kaguya-hime.

Nachdem Kaguya erwachsen war, wurde sie die schönste aller Frauen im Bergdorf. Viele junge MĂ€nner wollten sie heiraten. Sie kamen zum Haus des Bambusschneiders und versuchten, sie zu sehen. Eines Tages bat sie ihr Vater, einen dieser jungen MĂ€nner zu wĂ€hlen und zu heiraten. Ihre Antwort war: „Stiefvater, eines Tages werde ich zurĂŒck zum Mond gehen, aber wenn dies dein Wunsch ist, so werde ich ihn erfĂŒllen.“ So wartete sie ab, welche ihrer Freier das lĂ€ngste Durchhaltevermögen hatten.

Als nur noch fĂŒnf MĂ€nner draußen standen, bat sie sie herein. Sie erteilte jedem eine Aufgabe und der, der die Aufgabe löste, sollte sie heiraten.

Der erste Mann, Ischi Zukuri, kam herein. Ischi Zukuri sagte: „Ich wĂŒrde alles tun, um dich zu heiraten, Kaguya.“ So erteilte sie ihm seine Aufgabe. Er musste die Schale des Buddha finden. Er kletterte auf Berge und stieg in TĂ€ler herab und fragte alle Leute nach der Schale. Aber keiner konnte ihm Auskunft geben. Schließlich gab er auf. Er kehrte jedoch nicht zu Kaguyas Haus zurĂŒck, das verbot ihm sein Stolz.

Der nĂ€chste Freier kam herein. Sein Name war Kuro Mochi. Seine Aufgabe war es, den goldenen Zweig eines geheiligten Baumes zu finden. Von ihm wurde erzĂ€hlt, dass Juwelen an diesem Zweig hĂ€ngen wĂŒrden. So begann Kuro Mochi seine Reise. Er kam jedoch niemals zurĂŒck, da die Geschichte vom goldenen Ast nur eine Legende war.

Otomo sollte das Drachenjuwel finden. Es war ein Juwel, das in einer Drachenstirn steckte. Der einzige Weg, es zu bekommen, war, den Drachen zu töten. Otomo war ein großer Krieger. Aber als er den Drachen tötete, fiel dieser auf ihn und zerquetschte ihn.

Abenomiyushi sollte das Fell der berĂŒhmten Feuerratte bekommen, aber die Ratte trickste ihn aus und Abenomiyushi verließ beschĂ€mt das Land.

Der letzte war Iso No Kami Nomarotari. Er sollte den Talisman der Leichten Geburt finden. Er kletterte dafĂŒr auf die Berge und eines Tages stĂŒrzte er von einer Klippe.

Eines Nachts beobachteten der alte Bambusschneider und seine Frau, wie ihre Tochter weinte, wĂ€hrend sie den Mond anstarrte. Die weinende Prinzessin sagte: „Oh Vater, du wusstest immer, dass ich kein gewöhnliches Kind bin. Bevor du mich fandest, lebte ich auf dem Mond. Dann tat ich etwas, was ich nicht hĂ€tte tun sollen und sie sandten mich zur Erde, um mich zu bestrafen und dich fĂŒr deine harte Arbeit zu belohnen. Aber nun ist die Zeit der RĂŒckkehr fĂŒr mich gekommen. Beim nĂ€chsten Vollmond werde ich dich verlassen.“

Das wĂ€re am fĂŒnfzehnten August der Fall. Der alte Mann wollte seine einzige Tochter nicht verlieren. So standen, als der besagte Tag gekommen war, Samurais mit Pfeil und Bogen auf beiden DĂ€chern und im Garten, um zu verhindern, dass die Prinzessin die Erde verließ. Der Himmel wurde so hell, als wĂ€re es Mittag und ein leuchtender Wagen schwebte zum Haus des alten Bambusschneiders. Durch dieses ungewöhnlich helle Licht wurden die Samurais vorĂŒbergehend geblendet.

Die Prinzessin kehrte auf den Mond zurĂŒck, nachdem sie ihren Eltern dafĂŒr gedankt hatte, dass sie sie mit Liebe und Respekt groß gezogen hatten.

MÀrchen aus Japan 

+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.