Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

Die leblose Prinzessin – ein russisches M├Ąrchen

Banner f├╝r das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gef├Ąrbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Die leblose Prinzessin - ein M├Ąrchen aus Russland
Novellen - Kurzgeschichten - B├╝cher - Daniela Noitz

Es war einmal ein K├Ânig, der sein K├Ânigreich verlassen und in den Krieg ziehen musste. Zur├╝ck lie├č er auch sein schwangeres Weib, die geduldig am Fenster ihres Zimmers sitzen blieb, um auf seine R├╝ckkehr zu warten. W├Ąhrend der K├Ânig noch an fernen Pl├Ątzen weilte, gebar die K├Ânigin eine wundersch├Âne Tochter. Aber die harte und einsame Schwangerschaft und eine schwere Geburt forderten von ihr einen hohen Tribut und sie starb noch an dem Tag, an dem der K├Ânig wieder nach Hause in sein Schloss zur├╝ck kam.

Ein Jahr lang weinte der K├Ânig und war sehr traurig, aber einige Zeit sp├Ąter fand er eine neue Frau, die die neue K├Ânigin wurde. Sie war schlank, von zarter Gestalt und gro├čer Sch├Ânheit. Aber sie war auch launisch, boshaft und eifers├╝chtig. Sie liebte es, in ihren kleinen Handspiegel zu schauen, ihr Haar zu k├Ąmmen und ihn zu fragen:

Spiegel, Spiegel in meiner Hand,

wer ist die sch├Ânste Frau im Land?

Der Spiegel antwortete ihr:

Meine Liebe, Ihr seid die sch├Ânste Frau,

Von zarter Gestalt, das Antlitz so weich

Und die Augen so blau.

Da kicherte die K├Ânigin stets wie ein kleines M├Ądchen und ging wieder ihren boshaften Angelegenheiten nach.

W├Ąhrenddessen wuchs die Tochter des K├Ânigs auf und wurde zu einer wundersch├Ânen und bezaubernden jungen Prinzessin. Mit ihren langen Wimpern und ihrer anmutigen Gestalt wurde sie sogar noch h├╝bscher als die K├Ânigin. In K├╝rze sollte sie mit dem Mann ihrer Tr├Ąume ÔÇô dem tapferen Prinzen Jelisey verlobt werden.

Kurz nach Bekanntgabe der Verlobung fragte die K├Ânigin wieder ihren kleinen Spiegel, der der ehrlichste von allen Spiegeln war. Und der Spiegel antwortete:

Meine Liebe, Ihr seid eine sch├Âne Frau,

Doch die Sch├Ânste ist die Prinzessin,

Das wei├č ich genau.

Die K├Ânigin war au├čer sich, schimpfte den Spiegel und warf ihn auf einen Stuhl. Sie war so w├╝tend, dass sie eine Kammerfrau rief und dieser befahl, dass die Prinzessin in den tiefsten Teil des dunkelsten Waldes gebracht, dort an einem Baum gebunden und den W├Âlfen zum Fra├č ├╝berlassen werden solle.

Die Kammerfrau, die sich nicht traute, der K├Ânigin zu widersprechen, brachte die Prinzessin selbst in den tiefsten Teil des dunkelsten Waldes und lie├č sie dort. Da sie aber Mitleid mit der Prinzessin hatte, band sie sie nicht an einen Baum.

Die Prinzessin lief alleine durch den Wald und ersp├╝rte ihren Weg zwischen hohen alten Eichen. Als es Morgen wurde, fand sie den Weg zu einem alten Landhaus. Als sie n├Ąher kam, kam von dort ein Hund n├Ąher, bellte und machte ihr gro├če Angst. Er n├Ąhrte sich vorsichtig, roch an ihren Beinen und lief dann mit wedelndem Schwanz um sie herum und wirkte gleich viel weniger bedrohlich, so dass die Prinzessin ihren neuen Freund lobte und streichelte.

Dann ging sie in das Haus und sah, dass niemand zu Hause war. Alles war recht pr├Ąchtig mit M├Âbeln aus gutem Eichenholz ausgestattet und an der Wand hingen Ikonen mit Bildern von Heiligen. Sie sah gleich, dass ehrliche und gute Leute hier wohnten und f├╝hlte sich gleich weniger unsicher. Sie ging durch das ganze Haus und gegen Nachmittag legte sie sich todm├╝de in ein Bett, um sich dort auszuruhen.

Eine kurze Zeit sp├Ąter kamen die Besitzer des Hauses, sieben tapfere Ritter, zur├╝ck. Sie bemerkten gleich, dass sich etwas ge├Ąndert hatte, ihr Haus war aufger├Ąumt und alles war sauber und blitze und blinkte, dass es eine Freude war. Da entdeckten sie die Prinzessin, die sich f├╝r ihr Eindringen gleich bei ihnen entschuldigte. Die Ritter jedoch waren guten Herzens und nahmen sie in ihrem Haushalt auf wie eine eigene Schwester.

Die Tage vergingen ruhig und friedlich. Wenn die Ritter auf der Jagd waren, machte die Prinzessin das Haus sauber und bereitete ihnen das Essen. Die Ritter fanden sie zauberhaft und von gr├Â├čter Anmut, dass sie sie fragten, ob sie sich nicht einen von ihnen zum Gemahl erw├Ąhlen wolle. Doch sie wies ihr Ansinnen h├Âflich zur├╝ck und sagte ihnen, dass sie sie zwar alle liebe, aber nur wie Br├╝der. Sie erz├Ąhlte ihnen von der Liebe ihres Lebens, den Prinzen Jelisey.

W├Ąhrenddessen im Schloss nahm die K├Ânigin wieder ihren Spiegel und fragte ihn wieder, wer die Sch├Ânste im K├Ânigreich sei. Doch der Spiegle antwortete:

Meine Liebe, Ihr seid eine sch├Âne Frau,

Doch eine sch├Ânere gibt es immer noch genau

Die Prinzessin ist die sch├Ânste Frau.

Da erkannte die K├Ânigin, dass die Kammerfrau sie hintergangen hatte und die Prinzessin nicht tot war. Sie rief die Kammerfrau zu sich und drohte ihr: ÔÇ×Wenn du sie nicht t├Âtest, hast du dein eigenes Leben verwirkt!ÔÇť

Eine kurze Zeit sp├Ąter verkleidete sich die Kammerfrau als alte Bettlerin und lief zum Haus der sieben Ritter. Der Hund bellte sie feindselig an, knurrte und lies sie nicht hinein. Die Prinzessin jedoch kam in ihrer Freundlichkeit aus dem Haus und gab der vermeintlichen Bettlerin ein frisches Brot. Die Bettlerin gab ihr daf├╝r einen roten saftigen Apfel. Da kam der Hund heran und bellte die Prinzessin an, als wollte er sie warnen. Aber die Prinzessin verstand ihn nicht und schob den Hund sanft zur├╝ck. Dann ging sie zur├╝ck ins Haus.

Etwas sp├Ąter wurde sie sehr hungrig, w├Ąhrend sie auf die R├╝ckkehr der Ritter wartete und biss in den Apfel hinein. Pl├Âtzlich wurde sie ganz bleich, fiel auf eine nahe Bank und tat ihren letzten Atemzug.

Die Ritter kamen zur├╝ck nach Hause und h├Ârten schon von Weitem das wilde Gebell des Hundes. Sie wussten sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein musste und als sie die T├╝r ├Âffneten, rannte der Hund in das Zimmer der Prinzessin. Er a├č den Rest des Apfels, damit die Ritter nicht auch durch ihr vergiftet wurden und starb so f├╝r die Gesundheit und das Wohl seiner Meister.

Die Augen der Ritter f├╝llten sich mit Tr├Ąnen, als sie den leblosen K├Ârper der Prinzessin erblickten. Zuerst wollten sie ihr gleich ein w├╝rdiges Begr├Ąbnis geben, aber dann warteten sie. Sie wirkte wie in einem tiefen, friedlichen Schlaf, so still und frisch sah sie aus. Aber nach drei Tagen gaben sie die Hoffnung auf und legten sie in einen Sarg, der aus Kristall gemacht war. Dann nahmen sie den Sarg und trugen ihn zur letzten Ruhe in eine kleine H├Âhle.

ÔÇ×Schlafe Prinzessin in diesem SargÔÇť sagte der ├Ąlteste Ritter. ÔÇ×So bald hast du uns verlassen. M├Âge der gn├Ądige Gott deine Seele im Himmel aufnehmen.ÔÇť

Am gleichen Tag nahm die K├Ânigin wieder ihren Spiegel und fragte ihn, wer die Sch├Ânste sei. Dieser antwortete wieder:

Meine Liebe, Ihr seid die sch├Ânste Frau,

Von zarter Gestalt, das Antlitz so weich

Und die Augen so blau.

Da war die K├Ânigin wieder zufrieden.

In dieser ganzen Zeit war der Prinz Jelisey im K├Ânigreich unterwegs gewesen, um seine verlorene Liebe zu finden. Er fragte die Sonne und den Mond, wo die Prinzessin sei, doch beide wussten sie es nicht. So fragte Jelisey den Wind. Und der Wind wusste, wo die Prinzessin war und beschrieb ihm sogleich den Weg. Der Prinz machte sich sofort auf die Reise.

Keine Worte k├Ânnen seinen tiefen Schmerz beschreiben, als er bei der H├Âhle ankam und die Prinzessin in ihrem Kristallsarg liegen sah. Weinend brach Jenisey zusammen, und schlug mit seinen F├Ąusten in unbeschreiblichem Gram auf den Sarg. Da sprang der Deckel des Sarges auf und die Prinzessin setzte sich auf und war wieder am Leben.

ÔÇ×Oh, wie lange habe ich geschlafen?ÔÇť sagte sie. Dann sah sie ihren Prinzen und fiel ihm in die Arme mit Tr├Ąnen der Freude. Sie kehrten zusammen zur├╝ck zum K├Ânigsschloss, heirateten und die Hochzeit wurde mit gro├čer Pracht gefeiert. Die K├Ânigin schlie├člich starb vor Gram, als sie sah, dass die Prinzessin wieder am Leben war und den Platz als Sch├Ânste im ganzen K├Ânigreich wieder besetzt hielt.

M├Ąrchen aus Russland┬á

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