Ich vertraue dir nicht - das Buch zum erlernen von Vertrauen

🎄 Der alte WeihnachtsbaumstĂ€nder | Geschichten zur Adventzeit

Banner fĂŒr das Autorenprofil von Franziska Franzi auf Amazon. Hintergrund ist grau und dunkel gefĂ€rbt, in der Mitte ist das Pseudonym Foto und der Name Franziska Franzi
Der alte WeihnachtsbaumstÀnder - Adventgeschichte
Novellen - Kurzgeschichten - BĂŒcher - Daniela Noitz

Beim AufrĂ€umen des Dachbodens – ein paar Wochen vor Weihnachten – entdeckte der Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten WeihnachtsbaumstĂ€nder. Es war ein besonderer StĂ€nder mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied „O du fröhliche“ erkennen. Das musste der ChristbaumstĂ€nder sein von dem Großmutter immer erzĂ€hlte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fĂŒrchterlich aus, doch kam dem Familienvater ein wunderbarer Gedanke. Wie wĂŒrde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum sitzt und dieser sich auf einmal wie in vergangener Zeit zu drehen anfĂ€ngt und dazu „O du fröhliche“ spielt. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie wĂŒrde staunen.
So nahm er den StĂ€nder und schlich ungesehen in seinen Bastelraum. Jeden Abend zog er sich geheimnisvoll nun in seinen Bastelraum zurĂŒck und verriegelte die TĂŒr. Eine grĂŒndliche Reinigung und eine neue Feder, dann sollte der StĂ€nder wie neu sein.

NatĂŒrlich fragte die Familie, was er dort treiben wĂŒrde und er antwortete jedes mal nur: „WeihnachtsĂŒberraschung“. Kurz vor Weihnachten sah der WeihnachtsbaumstĂ€nder aus wie neu. Jetzt noch schnell einen prĂ€chtigen Weihnachtsbaum besorgt, so um die zwei Meter hoch und wieder verschwand der Vater in seinem Hobbyraum. Er stellt den Baum in den StĂ€nder und fĂŒhrte einen Probelauf durch. Alles bestens, was wĂŒrde Großmutter fĂŒr Augen machen. Nun endlich war es Heiligabend. Der Vater bestand darauf den Weihnachtsbaum alleine zu schmĂŒcken, er hatte extra echte Baumkerzen besorgt, damit alles stimmte. „Die werden Augen machen!“ sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Als er fertig war, ĂŒberprĂŒfte er noch einmal alles, der Stern von Bethlehem war oben auf der Spitze, die Kugeln waren alle angebracht, Naschwerk und Wunderkerzen hingen hĂŒbsch angeordnet am Baum und Engelhaar und Lametta waren hĂŒbsch untergebracht. Die Feier konnte beginnen!

FĂŒr die Großmutter stellte er den großen Ohrensessel parat, die anderen StĂŒhle stellte der Vater in einem Halbkreis um den Tannenbaum. Jetzt fĂŒhrte der Vater die Großmutter feierlich zu ihrem Platz, die Eltern setzten sich neben ihr und ganz außen saßen die Kinder. „Jetzt kommt die große WeihnachtsĂŒberraschung“, verkĂŒndete er, löste die Sperre am StĂ€nder und nahm ganz schnell wieder seinen Platz ein. Langsam begann der Weihnachtsbaum sich zu drehen und hell erklang von der Musikwalze „O du fröhliche“. War das eine Freude! Die Kinder klatschten in die HĂ€nde und Oma hatte vor RĂŒhrung TrĂ€nen in den Augen. Sie brachte immer wieder nur „Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf!“ hervor. Mutter war stumm vor Staunen.
Eine Weile schaute die Familie entzĂŒckt und stumm auf den im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes GerĂ€usch sie jĂ€h aus ihrer Versunkenheit riss. Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Weihnachtskugeln klirrten wie kleine Glöckchen. Nun begann der Baum sich immer schneller an zu drehen. Die Musikwalze hĂ€mmerte los. Es hörte sich an als wollte „O du fröhliche“ sich selbst ĂŒberholen.

Mutter schrie laut auf. „So unternimm doch was!“ Vater saß aber wie versteinert auf seinem Stuhl und starrte auf dem Baum, der seine Geschwindigkeit immer weiter steigerte.
Mittlerweile drehte er sich so schnell. dass die Flammen hinter ihren Kerzen wehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete, und murmelte nur noch: „Wenn das Großvater noch erlebt hĂ€tte.“
Als erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den TĂŒrrahmen und fiel auf den Dackel, der dort gerade ein Nickerchen hielt. Der Dackel flitzte wie von der Tarantel gestochen in die KĂŒche und schielte in Sicherheit um die Ecke.
Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten, wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum.

Vater erwachte aus seiner Starre und gab das Kommando: „Alles in Deckung!“ Ein Goldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, der SchokoladenschmĂŒck und andere AnhĂ€ngsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.
Die Kinder hatten hinter der Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schĂŒtzend. Mutter jammerte in den Teppich. „Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!“ Vater wollte sich vor Peinlichkeit am liebsten unter dem Teppich verstecken. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmĂŒckt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 1914 – 18 in den Ardennen im feindlichen Artilleriefeuer gelegen hatte. Genauso musste es gewesen sein, als gefĂŒllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken “ Kirschwasser” und murmelte: “ Wenn Großvater das noch erlebt hĂ€tte!” Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord „O du fröhliche“ , bis mit einem Ă€chzenden Ton der StĂ€nder seinen Geist aufgab.
Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel auf’s kalte BĂŒffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmĂŒckt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. KopfschĂŒttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande, wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der TĂŒr stehend sagte sie: „Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!“
Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: „Wenn ich mir die Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen.“
Andreas meinte nur: „Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?“Autor: unbekannt 

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